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  • Elektromobilität bei Lamborghini: Der Hersteller elektrifiziert seine Modellpalette, lehnt jedoch reine Elektrofahrzeuge weiterhin ab

    Elektromobilität bei Lamborghini: Der Hersteller elektrifiziert seine Modellpalette, lehnt jedoch reine Elektrofahrzeuge weiterhin ab

    Während die Automobilindustrie ihren Umstieg auf Elektroantriebe vorantreibt, scheint Lamborghini einen weitaus vorsichtigeren Kurs einzuschlagen. Zwischen der flächendeckenden Einführung von Hybridantrieben, dem Festhalten am Verbrennungsmotor und der Zurückstellung des rein elektrischen Projekts „Lanzador“ ist die italienische Marke vor allem bestrebt, das zu bewahren, was ihre Identität ausmacht: Emotionen, Leistung und Exklusivität.

    Quelle: Lamborghini

    Cor Tauri: Der ursprüngliche Plan für eine schrittweise Elektrifizierung

    Der offizielle Wendepunkt liegt im Jahr 2021. In diesem Jahr stellte Lamborghini seine Roadmap „Cor Tauri“ vor, die als größter Investitionsplan in der Geschichte der Marke präsentiert wurde. Über einen Zeitraum von vier Jahren sollen mehr als 1,5 Milliarden Euro investiert werden, um die Modellpalette schrittweise umzugestalten.

    Die Strategie gliedert sich somit in drei klar definierte Schritte:

    • zunächst die Verbrennungsmotoren mit Jubiläumseditionen und exklusiven Modellen zu feiern;
    • anschließend die Verbreitung von Plug-in-Hybridfahrzeugen voranzutreiben;
    • und in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts einen ersten vollelektrischen Lamborghini auf den Markt zu bringen.

    Damals fasste Stephan Winkelmann, Vorstandsvorsitzender der Marke, diesen Wandel als „Kurswechsel, der aufgrund eines sich radikal veränderten Umfelds notwendig wurde“ zusammen, versprach jedoch gleichzeitig, „unserer DNA treu zu bleiben“. Und genau dieser Satz fasst wohl am besten die gesamte aktuelle Strategie von Lamborghini zusammen.

    Quelle: Lamborghini

    Eine Modellpalette, die nun fast ausschließlich aus Hybridmodellen besteht

    In industrieller Hinsicht hat Lamborghini tatsächlich einen Großteil seiner Roadmap umgesetzt. Der Revuelto wurde zum ersten serienmäßigen V12-Plug-in-Hybrid-Supersportwagen der Marke mit einer angegebenen Gesamtleistung von 1.015 PS. Auch der Urus SE, die elektrifizierte Version des Star-SUV des Herstellers, wurde in die Modellpalette aufgenommen. Sogar der Nachfolger des Huracán, der den Namen Temerario trägt, verfügt nun über eine Plug-in-Hybrid-Architektur rund um einen V8-Biturbo.

    Tatsächlich rüstet Lamborghini derzeit alle seine strategischen Säulen mit Elektroantrieb aus. Diese Umstellung auf Hybridantriebe stellt jedoch keinen abrupten Bruch dar. Im Gegenteil: Sie dient dazu, die Leistung und den Charakter der Modelle zu bewahren und gleichzeitig die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen.

    Quelle: Lamborghini

    Der Fenomeno Roadster, das perfekte Symbol für die Strategie von Lamborghini

    Der Fenomeno Roadster, der bei der zweiten Ausgabe der Lamborghini Arena vorgestellt wurde, verkörpert fast schon im Alleingang die aktuelle Vision des italienischen Herstellers.

    Es werden nur 15 Exemplare produziert. Es handelt sich eindeutig um ein extrem sportliches Modell, das einen 6,5-Liter-V12-Saugmotor in Verbindung mit drei Elektromotoren für eine Gesamtleistung von 1.080 PS beherbergen wird.

    Der Hersteller präsentiert ihn als „das leistungsstärkste Cabriolet, das Lamborghini je gebaut hat“, und das erwartete Ergebnis ist spektakulär:

    • 0 auf 100 km/h in 2,4 Sekunden;
    • Von 0 auf 200 km/h in 6,8 Sekunden;
    • eine Höchstgeschwindigkeit von über 340 km/h.

    Doch abgesehen von den Zahlen ist vor allem die Botschaft interessant, die Lamborghini damit vermittelt. Der Fenomeno Roadster stellt keinen Bruch mit der historischen DNA der Marke dar. Im Gegenteil: Er nutzt diese, um den Einsatz der Hybridtechnik zu rechtfertigen. Der V12 steht weiterhin im Mittelpunkt, das Fahrgefühl wird nach wie vor in den Vordergrund gestellt, und der Elektromotor dient vor allem dazu, die Leistung zu steigern.

    Stephan Winkelmann beschreibt ihn selbst als: „den reinsten Ausdruck unserer Markenwerte: visionäres Design, kompromisslose Leistung und absolute Exklusivität.“

    Quelle: Lamborghini

    Das eigentliche Problem bei einem reinen Elektroauto: den Charakter von Lamborghini zu bewahren

    Und genau hier beginnt sich die Strategie zu ändern. Ursprünglich plante Lamborghini, sein erstes vollelektrisches Modell noch vor Ende des Jahrzehnts auf den Markt zu bringen – mit dem Projekt „Lanzador“, einem 2023 vorgestellten Konzept. Das Fahrzeug sollte eine Leistung von über einem Megawatt entwickeln, was etwa 1.340 PS entspricht.

    Seit 2025 hat sich die Haltung des Herstellers jedoch deutlich gewandelt. Stephan Winkelmann räumt nun ein, dass die Nachfrage nach einem rein elektrischen Lamborghini bei den Kunden der Marke nach wie vor äußerst gering ist. In einem Interview mit der Sunday Times erklärt er sogar:

    „Massiv in die Entwicklung von rein elektrischen Fahrzeugen zu investieren, obwohl der Markt und die Kundschaft noch nicht bereit dafür sind, wäre ein kostspieliges Unterfangen.“

    Der Geschäftsführer geht noch einen Schritt weiter und erklärt, dass Lamborghini-Kunden vor allem „das Fahrgefühl“ und den „markerschütternden Sound“ von Verbrennungsmotoren suchen. Das Problem von Lamborghini ist nicht nur technischer oder regulatorischer Natur. Es ist vor allem symbolischer und emotionaler Art: Ein Lamborghini muss natürlich schnell sein, aber auch theatralisch, kraftvoll und unverwechselbar. 

    Das Plug-in-Hybridfahrzeug als Übergangsphase

    In diesem Zusammenhang erscheint der Plug-in-Hybrid für Lamborghini als eine weitaus sicherere Lösung. Denn der Hersteller kann:

    • Emissionen zu reduzieren;
    • den europäischen Normen entsprechen;
    • die Leistung zu verbessern und gleichzeitig die Verbrennungsmotoren beizubehalten, die zur Identität der Marke beitragen.

    Selbst das Projekt „Lanzador“ könnte letztendlich seine rein elektrische Architektur zugunsten eines Plug-in-Hybridsystems aufgeben. Stephan Winkelmann fasst diese Logik ganz einfach zusammen: „Plug-in-Hybride bieten das Beste aus beiden Welten.“

    Quelle: Lamborghini

    In Sant’Agata Bolognese scheint die Zukunft also nicht mehr über eine radikale Umwälzung zu führen, sondern über einen kontrollierten Wandel. Lamborghini rüstet seine Modelle zwar mit Elektroantrieb aus, ohne dabei jedoch auf den Sound, das Fahrgefühl und die Exklusivität zu verzichten, die das Fahrerlebnis der Marke nach wie vor ausmachen. Und heute stellt der Plug-in-Hybrid ganz klar den besten Kompromiss dar, den der italienische Hersteller gefunden hat, um dieses Gleichgewicht zu bewahren.

  • Porsche stellt mit dem Taycan Turbo GT den Rundenrekord auf dem Nürburgring auf

    Porsche stellt mit dem Taycan Turbo GT den Rundenrekord auf dem Nürburgring auf

    Mit einer Zeit von 6:55,533 Minuten bricht Porsche mit dem speziell für diesen Anlass vorbereiteten Taycan Turbo GT (Weissach-Paket und Manthey-Kit) den Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife in Deutschland. Auf dieser langen und anspruchsvollen Referenzstrecke entfacht der Stuttgarter Hersteller damit erneut den Kampf um die „symbolische“ Vorherrschaft unter den elektrischen Supersportwagen der Oberklasse, an dem chinesische Marken seit einigen Jahren aktiv teilnehmen.

    9 Sekunden schneller

    Porsche kann stolz auf seinen Erfolg blicken. Der Taycan Turbo GT, ausgestattet mit dem Weissach-Paket und dem Aerodynamik-Kit des Tuners Manthey, erzielt auf der Nürburgring-Nordschleife mit 6:55,533 Minuten die Rekordzeit in der Kategorie der Premium-Elektrofahrzeuge. Der deutsche Sportwagen unterbietet den bisherigen Rekord eines Modells mit ähnlicher Leistung um 9 Sekunden: den Xiaomi SU7 Ultra (7:04,957, aufgestellt im April 2025). Diese Leistung ist keineswegs nebensächlich, da der Wettbewerb zwischen westlichen und chinesischen Herstellern im Bereich der elektrischen Sportwagen immer härter geworden ist.

    Die Nordrunde, Referenzstrecke

    Der Titel des schnellsten Serien-Elektroautos auf der anspruchsvollen deutschen Rennstrecke steht für Kompetenz und Spitzenleistung und ermöglicht es den Marken, die außergewöhnlichen Fahrleistungen ihrer Modelle zu kommunizieren. Es geht um die Glaubwürdigkeit dieser Spitzentechnologie. Die Nordschleife, auch „Grüne Hölle“ genannt, ist eine 20,832 km lange Rennstrecke am Rande des Schwarzwaldes. Mit mehr als 70 Kurven, einem teilweise unebenen Belag und einem hügeligen Gelände hat sich diese Strecke zum Mekka für Sportwagen und Supersportwagen aus aller Welt entwickelt. Dort einen Rundenrekord aufzustellen, ist daher ein Meilenstein.

    Eine aerodynamisch optimierte Konstruktion

    Drei Jahre nach einem früheren Rekord hat Porsche diese Leistung nun wiederholt, indem es seinen Taycan Turbo GT speziell für diesen Zweck vorbereitet hat. Das mit dem vom Porsche-Rennsportbereich entwickelten Weissach-Paket ausgestattete Fahrzeug verfügt über mehrere Optimierungen. In Kombination mit dem Kit des Tuners Manthey Racing sorgt das Gesamtpaket für mehr Leistung, ein verbessertes Fahrwerk, einen effizienteren Antrieb und eine optimierte Aerodynamik. Der Anpressdruck ist im Vergleich zum Serienmodell um mehr als das Dreifache erhöht. Die Motorleistung (600 kW) kann im „Attack“-Modus um weitere 130 kW gesteigert werden, was insgesamt fast 1.000 PS entspricht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 310 km/h und das Drehmoment beim Start (Launch Control) beträgt 1270 Nm. „Auf der Nordschleife spürt man, wie viel mehr Stabilität und Sicherheit das Auto in den schnellen Abschnitten und beim Bremsen bietet“, erklärt Lars Kern, der Fahrer des Taycan Turbo GT. 

    Mit diesem „Ehren“-Titel auf dieser legendären Rennstrecke wirbt Porsche natürlich bei seinen Kunden für diese Ausstattungsmerkmale, doch das Ziel eines solchen Rekords liegt vor allem in einer Art „Soft Power“ – gerade jetzt, wo chinesische Hersteller, die Experten für Elektroantriebe sind, regelmäßig ihre Fahrzeuge auf der Nordschleife testen, um ihre Legitimität zu untermauern.

    Der bisherige Rekord von YangWang wurde gebrochen

    Im August 2025 gelang es YangWang, der Supersport-Tochter des Giganten BYD, mit dem U9 Xtreme – einem Supersportwagen mit vier Motoren und über 3000 PS – als erstem Serien-Elektroauto die 7-Minuten-Marke zu unterbieten (6’59’’157). Dasselbe Auto, das den Geschwindigkeitsrekord des Bugatti Chiron (496 km/h) gebrochen hatte, fügte seiner Erfolgsbilanz einen weiteren Eintrag hinzu. Dieser neue Rekord auf dem Nürburgring, auf europäischem Boden, ermöglichte es BYD, der Welt zu zeigen, dass seine Technologie auf gerader Strecke ebenso zu Hause ist wie in Kurven und dass das Unternehmen nicht zögert, mit einem über 2,4 Tonnen schweren Fahrzeug die Grenzen zu verschieben. Ein echtes Symbol.

    Tesla hatte den Weg geebnet

    In diesem Frühjahr hat Porsche mit einer noch schnelleren Zeit – und das mit einem auf dem Papier weniger leistungsstarken Auto – einen großen Coup gelandet und den Kampf im Segment der Elektro-Sportwagen zwischen westlichen und asiatischen Marken neu entfacht. Im Juni 2023 hatte Tesla mit dem Model S Plaid und einer bereits bemerkenswerten Zeit von 7:25,231 den Weg geebnet. Seitdem hat ein Wettstreit zwischen Ingenieuren, Fahrern und Aerodynamikern begonnen, um die Rundenzeiten zu unterbieten – Versuch um Versuch. Bemerkenswert ist, dass das schnellste Auto aller Zeiten auf der Nordschleife nach wie vor ein Porsche mit Hybridantrieb ist: der Prototyp 919 Hybrid Evo (mit 5:19,546), ein absoluter Rekord, der 2018 aufgestellt wurde.

  • Tesla erhöht still und leise die Preise für seine Supercharger

    Tesla erhöht still und leise die Preise für seine Supercharger

    Die Tesla-Supercharger, die lange Zeit als die wettbewerbsfähigsten Schnellladestationen auf dem Markt galten, verzeichnen in Frankreich steigende Preise. An einigen Stationen liegt der Preis für Nicht-Abonnenten tagsüber mittlerweile bei über 0,70 € pro kWh. Ein zwar dezenter, aber dennoch deutlicher Anstieg, der angesichts einer immer aggressiveren Konkurrenz die Karten neu mischen könnte.

    Quelle: Tesla

    Preisanstieg nun an vielen Skigebieten zu beobachten

    Tesla wendet seit mehreren Jahren eine dynamische Preisgestaltung in seinem Netz an. Der Preis für das Aufladen variiert je nach Tageszeit, Auslastung der Ladestation, Standort und den Bedingungen auf dem Strommarkt.

    Bislang ermöglichte diese Strategie vor allem, sehr wettbewerbsfähige Tarife anzubieten, insbesondere gegenüber Anbietern wie Ionity oder TotalEnergies. Seit einigen Wochen ist jedoch an vielen französischen Ladestationen ein deutlicher Preisanstieg zu beobachten.

    Im Großraum Paris beispielsweise weisen einige Ladestationen tagsüber mittlerweile besonders hohe Preise auf. Unsere Kollegen von Génération-nt haben festgestellt, dass an der Ladestation Parly 2 im Departement Yvelines der Preis für Fahrer ohne Abonnement zwischen 10 und 19 Uhr auf bis zu 0,74 €/kWh steigen kann. Auch andere Tankstellen wie Livry-Gargan erreichen zu bestimmten Zeiten 0,70 €/kWh, gegenüber etwa 0,45 € zuvor. Ein Anstieg, der an manchen Standorten bis zu 55 % betragen kann.

    Quelle: Tesla 

    Konkret kann das Schnellladen bei Tesla nun genauso viel oder sogar mehr kosten als bei einigen Wettbewerbern, die traditionell als Premium-Anbieter gelten.

    Das Aufladen ist für Nicht-Tesla-Fahrer deutlich teurer geworden

    Allerdings sind nicht alle Nutzer gleichermaßen betroffen. Tesla-Besitzer profitieren automatisch von den günstigsten Tarifen des Netzwerks. Fahrer von Elektrofahrzeugen anderer Marken können diese Konditionen über das Supercharger-Abonnement nutzen, das monatlich 11,99 € kostet.

    Bei einer vollständigen Aufladung summiert sich der Preisunterschied schnell. Für eine 60-kWh-Batterie, die von 10 % auf 80 % aufgeladen wird, kann die Rechnung je nach Nutzerstatus und gewählter Uhrzeit zwischen etwa 17 € und fast 30 € variieren.

    Auf einer langen Strecke wird der Preisunterschied noch deutlicher. Eine Fahrt von Paris nach Lyon, für die zwei Schnellladungen erforderlich sind, kann für einen Fahrer, der als Nicht-Abonnent tagsüber an einem Tesla-Supercharger lädt, mittlerweile fast 40 € kosten.

    Quelle: Tesla-mag

    Tesla setzt nun auf „zweigleisiges“ Laden

    Teslas Strategie erscheint heute viel klarer: Das Aufladen zu Spitzenzeiten verteuern, während nachts weiterhin äußerst wettbewerbsfähige Tarife gelten.

    Denn trotz dieser allgemeinen Preiserhöhung bietet der US-Hersteller zu Nebenzeiten weiterhin besonders günstige Tarife an. Zwischen etwa 22 Uhr und 8 Uhr morgens sinkt der Tarif für normale Nutzer auf rund 0,30 €/kWh und kann für Tesla-Besitzer und Abonnenten sogar auf bis zu 0,20 €/kWh fallen. Bei diesen Preisen bleibt Tesla auf dem Markt für ultraschnelles Laden praktisch unschlagbar.

    Das Aufladen einer 60-kWh-Batterie von 10 auf 80 % kostet einen Abonnenten somit etwa 8 €. Nur wenige konkurrierende Netzbetreiber sind in der Lage, an Schnellladestationen ein solches Preisniveau zu erreichen.

    Diese Preispolitik zielt eindeutig darauf ab, die Auslastung der Ladestationen zu glätten und das Aufladen über Nacht zu fördern, da in dieser Zeit der Energiebedarf geringer ist.

    Das Supercharger-Abonnement wird fast unverzichtbar

    Mit dieser neuen Preisstruktur gewinnt das Monatsabonnement für 11,99 € eine weitaus größere strategische Bedeutung. Tesla schätzt, dass es sich ab einem Verbrauch von etwa 80 kWh pro Monat aus dem Netz rentiert, was etwa zwei bis drei Schnellladungen pro Monat entspricht. 

    Die Einsparungen können schnell beträchtlich werden. Der Preisunterschied zwischen Abonnenten- und Nicht-Abonnententarifen beträgt im Durchschnitt etwa 15 bis 30 Cent pro kWh.

    Ein mittlerweile deutlich schärferer Wettbewerb

    Dieser Preisanstieg vollzieht sich zudem vor dem Hintergrund, dass konkurrierende Netzwerke immer ausgereifter werden. So bieten Akteure wie Electra, Atlante, Ionity oder Fastned mittlerweile leistungsfähigere Infrastrukturen, moderne Ladestationen und vor allem oft günstigere Abonnements an.

    Electra bietet beispielsweise ein Abonnement für 9,99 € pro Monat an, mit dem man in seinem Netz zu 0,29 €/kWh aufladen kann. Atlante verfolgt eine ähnliche Strategie mit Vorzugstarifen in mehreren Partnernetzen.

    Quelle: Electra

    Fazit: Tesla hat nicht mehr automatisch den wirtschaftlichen Vorteil, den das Unternehmen noch vor einigen Jahren hatte. Für manche Elektroautofahrer ist es mittlerweile unerlässlich, vor dem Aufladen Preisvergleichs-Apps zu konsultieren.

    Warum erhöht Tesla seine Preise?

    Für diese Entwicklung gibt es mehrere Gründe.

    Zum einen hat die schrittweise Öffnung der Supercharger-Stationen für Fahrzeuge anderer Marken zu einem starken Anstieg der Nutzerzahlen im Netz geführt. Mehr Fahrzeuge bedeuten mehr Verbrauchsspitzen und damit höhere Beschaffungskosten für Tesla.

    Zudem investiert der Hersteller weiterhin massiv in den Ausbau seiner Ladeinfrastruktur in Europa. Diese Kosten müssen gedeckt werden.

    Schließlich ist diese Preiserhöhung auch Teil einer umfassenderen Geschäftsstrategie: Es soll das Interesse daran gesteigert werden, einen Tesla zu besitzen oder das hauseigene Abonnement abzuschließen.

    Eröffnungen, die bereits stattgefunden haben oder 2026 stattfinden sollen – Quelle: BlogTesla

    Tesla ist nach wie vor eine ernstzunehmende Konkurrenz, aber nicht mehr unschlagbar

    Trotz dieser Erhöhung verfügt Tesla weiterhin über mehrere wesentliche Vorteile: Zuverlässigkeit der Ladestationen, unkomplizierte Bezahlung, dichte Netzabdeckung und hohe Ladeleistung.

    Doch diese Vorherrschaft ist heute längst nicht mehr so offensichtlich. Tagsüber gehören die Supercharger für Fahrer ohne Abonnement mittlerweile zu den teuersten Lademöglichkeiten auf dem Markt. Nachts hingegen ist Tesla nach wie vor einer der wettbewerbsfähigsten Anbieter in Europa.

  • Lexus TZ: Der neue japanische Elektro-SUV, der das Reisen in ein rollendes Wohnzimmer verwandeln will

    Lexus TZ: Der neue japanische Elektro-SUV, der das Reisen in ein rollendes Wohnzimmer verwandeln will

    Lexus hat am Donnerstag, dem 7. Mai 2026, den Lexus TZ vorgestellt, den neuen, vollelektrischen Groß-SUV der japanischen Marke. Er läutet eine neue Vision von Luxus beim japanischen Hersteller ein: das Auto in eine echte „Driving Lounge“ zu verwandeln, einen Raum, der sowohl für das Reisen als auch für das Fahren konzipiert ist. Mit diesem 5,10 Meter langen Modell und seinen drei Sitzreihen will Lexus nicht einfach nur einen neuen elektrischen Familien-SUV auf den Markt bringen. Der Hersteller möchte vor allem zeigen, wie die Elektrifizierung das Fahrerlebnis neu definieren kann, indem sie Ruhe, Komfort, Raffinesse und immersive Technologien miteinander verbindet.

    Quelle: Lexus

    Ein neues Kapitel in der Elektrifizierung von Lexus

    Die Markteinführung des TZ ist Teil des tiefgreifenden Wandels, den Lexus seit mehreren Jahren vollzieht. Nach dem Lexus UX 300e, dem Lexus RZ und den verschiedenen Hybridmodellen der Baureihe treibt die Marke nun ihre Expansion im Segment der rein elektrischen Premiumfahrzeuge voran.

    Der TZ ist damit der größte Elektro-SUV, den Lexus je entwickelt hat, und verdeutlicht das Bestreben des Herstellers, auf dem Markt für große, elektrifizierte Premium-Familienfahrzeuge in eine höhere Klasse aufzusteigen. Der japanische Hersteller spricht nicht mehr nur von Elektromobilität, sondern von einer neuen Art des Reisens.

    Chefingenieur Takeshi Miyaura fasst diese Philosophie wie folgt zusammen:

    „Wir wollten ein neues Lexus-Erlebnis bieten (…) Neben dem traditionellen Erlebnis des ‚Sehens, Fahrens und Genießens‘ bieten wir nun auch das Vergnügen, Zeit im Fahrzeug zu verbringen.“

    Ein Ansatz, der sich deutlich von klassischen Elektro-SUVs unterscheidet, bei denen oft die Leistung oder die reine Technologie im Vordergrund stehen.

    Quelle: Lexus

    Ein SUV, der als echte „Driving Lounge“ konzipiert ist

    Das Herzstück des TZ-Projekts bildet dieses neue Konzept namens „Driving Lounge“. Die Idee ist einfach: den Innenraum in einen Premium-Entspannungsbereich zu verwandeln, der von der traditionellen japanischen Architektur und dem Lexus so wichtigen Omotenashi-Prinzip der Gastfreundschaft inspiriert ist.

    Konkret verfügt der TZ über eine Sechs-Sitzer-Konfiguration mit drei Sitzreihen und zwei Einzelsitzen vom Typ „Kapitänssessel“ in der zweiten Reihe.

    Quelle: Lexus

    Was die Abmessungen angeht, handelt es sich also um ein Fahrzeug mit einer Länge von 5,10 Metern, einer Breite von 1,99 Metern und einer Höhe von 1,70 Metern. Dank dieser Maße verfügt der SUV über einen Radstand von 3,05 Metern, wodurch der Innenraum besonders großzügig ausfällt. Aus der Pressemitteilung geht hervor, dass durch das Fehlen eines Getriebetunnels oder eines Tanks die Rücksitze tiefer gelegt werden konnten, um den Komfort für die Passagiere zu verbessern.

    Selbst die dritte Sitzreihe bietet reichlich Bein- und Kopffreiheit – ein Aspekt, der bei elektrischen Siebensitzer-SUVs selten überzeugt. Das große Panorama-Schiebedach, das als das größte bezeichnet wird, das je in einem Lexus verbaut wurde, trägt wesentlich zu diesem Raumgefühl bei.

    Quelle: Lexus

    Ein technisches und äußerst elegantes Interieur

    Lexus legt großen Wert auf die Gestaltung des Innenraums.

    Der TZ verfügt über eine neue Generation schlankerer und besser geformter Sitze; die Sitze in der ersten und zweiten Reihe sind beheizbar und belüftet, während die Sitze in der dritten Reihe je nach Ausstattungsvariante ebenfalls beheizbar sind.

    Quelle: Lexus

    Das Innendesign verfolgt einen minimalistischen Ansatz mit einem extrem schmalen Armaturenbrett, in das die neuen „Responsive Hidden Switch“-Bedienelemente integriert sind. Im Ruhezustand sind sie unsichtbar, tauchen jedoch auf, sobald sich eine Hand der Oberfläche nähert.

    Das digitale 12,3-Zoll-Kombiinstrument arbeitet mit einem zentralen 14-Zoll-Multimedia-Display zusammen, das auf der neuen Softwareplattform Arene basiert.

    Das System ermöglicht insbesondere eine vernetzte Cloud-Navigation;

    • erweitertes Management von Elektrofahrten;
    • intelligente Ladeplanung;
    • Fernaktualisierungen;
    • ein digitaler Schlüssel, der von sechs Benutzern gemeinsam genutzt werden kann;
    • erweiterte Streaming- und Konnektivitätsfunktionen.
    Quelle: Lexus

    Das Ganze lässt sich durch eine Mark-Levinson-Audioanlage mit 21 Lautsprechern und 3D-Raumklang ergänzen. Man befindet sich also in einem Innenraum, der darauf ausgelegt ist, Zeit darin zu verbringen und jede Fahrt – ob lang oder kurz – angenehm zu gestalten.

    Ein Außendesign zwischen Kraft und Aerodynamik

    Optisch besticht der TZ durch eine imposante und zugleich sehr fließende Silhouette. Lexus spricht hier von „provokanter Schlichtheit“, einer neuen Designausrichtung, die minimalistische Eleganz mit einer selbstbewussten Ausstrahlung verbindet.

    Trotz seiner beachtlichen Größe ermöglicht die Aerodynamik einen Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,27 – ein besonders niedriger Wert für einen SUV dieser Größe.

    Die Frontpartie greift die neue Lexus-Designsprache mit einer modernisierten Interpretation des Kühlergrills und den charakteristischen „Doppel-L“-Lichtsignaturen auf. Im Profil unterstreichen die halb bündig eingelassenen Türgriffe, die großen, straffen Flächen und die aerodynamischen 20- oder 22-Zoll-Felgen den Premium-Charakter des Modells. Am Heck verleihen das abfallende Dach und die verbreiterten Kotflügel dem TZ eine sehr massive, fast imposante Präsenz.

    Quelle: Lexus

    Bis zu 408 PS und 530 Kilometer Reichweite

    Kommen wir nun zu den technischen Daten dieses Lexus TZ. Er wird mit zwei Elektromotoren und dem Allradantrieb DIRECT4 angeboten.

    Das erste Modell wird der Lexus TZ 450e sein, der 313 PS (230 kW) leistet. Das zweite Modell, der Lexus TZ 550e, wird hingegen mit einem 408 PS (300 kW) starken Motor ausgestattet sein und in nur 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen.

    Was den Akku betrifft, so verfügen beide Varianten über denselben Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 95,8 kWh. Die angegebene Reichweite liegt je nach Variante zwischen 480 und 530 Kilometern. 

    Was das Laden betrifft – einer der entscheidenden Faktoren bei einem Elektrofahrzeug –, unterstützt der SUV das Wechselstromladen mit bis zu 22 kW und vor allem das Gleichstrom-Schnellladen mit bis zu 150 kW. Damit lässt sich die Batterie in etwa 35 Minuten von 10 auf 80 % aufladen.

    Quelle: Lexus

    Ein Fahrerlebnis, bei dem Komfort an erster Stelle steht

    Auch wenn der TZ bis zu 408 PS leistet, legt Lexus mehr Wert auf Komfort und Fahrsicherheit als auf pure Sportlichkeit.

    Der SUV verfügt über ein verstärktes Fahrwerk, eine spezielle Federung, eine Hinterradlenkung, ein fortschrittliches elektronisches Bremssystem sowie eine in fünf Stufen einstellbare Energierückgewinnung.

    Das DIRECT4-System verteilt das Drehmoment automatisch auf die Achsen, um Stabilität und Traktion zu verbessern. Außerdem verfügt es über das System „Interactive Manual Drive“, das bereits im RZ zu sehen war und die Funktion eines virtuellen Achtgang-Schaltgetriebes simuliert.

    Quelle: Lexus

    Lexus will den großen Premium-Elektro-SUV neu erfinden

    Mit dem TZ versucht der japanische Hersteller, eine Alternative zu den hochtechnologischen oder sehr auffälligen Modellen anzubieten, die bereits auf dem Markt sind.

    Während manche Mitbewerber vor allem auf Leistung oder maximale Reichweite setzen, stellt Lexus die Zeit an Bord, die Ruhe, den Komfort und die Gelassenheit in den Mittelpunkt des Projekts. Eine sehr japanische Vorstellung von Luxus, die nun elektrisch wird. Der TZ wird Anfang 2027 in Frankreich auf den Markt kommen.

  • Microlino: Wie ein Kleinstwagen aus den 1950er Jahren zu einer Mobilitätslösung des 21. Jahrhunderts wurde

    Microlino: Wie ein Kleinstwagen aus den 1950er Jahren zu einer Mobilitätslösung des 21. Jahrhunderts wurde

    In der Geschichte des europäischen Automobils gibt es nur wenige Modelle, die Jahrzehnte überdauern, ohne an Zweckmäßigkeit zu verlieren. Die Iso Isetta gehört dazu. Entstanden in einem Europa im Wiederaufbau, wurde sie zu einem Symbol für erschwingliche Mobilität und taucht heute in einer umweltfreundlicheren Form als Microlino wieder auf. Letzterer präsentiert sich als zeitgemäße Neuinterpretation eines über 70 Jahre alten Konzepts.

    Quelle: Microlino

    Der Isetta, eine Ikone des wiederaufbauenden Europas

    Um die Bedeutung des Microlino zu verstehen, muss man bis in die frühen 1950er Jahre zurückgehen. Der Isetta wurde 1953 von Iso auf den Markt gebracht, einem italienischen Unternehmen, das sich ursprünglich auf Motorroller und Kleinfahrzeuge spezialisiert hatte. Die Rahmenbedingungen waren damals ganz besonders: Europa befand sich im Aufbruch nach dem Zweiten Weltkrieg, die Kaufkraft war begrenzt und die Infrastruktur noch instabil. Das klassische Auto blieb für einen Großteil der Bevölkerung unerreichbar.

    In diesem Zusammenhang sticht der Isetta als eine radikal andere Lösung hervor. Mit einer Länge von etwa 2,30 Metern und einem Gewicht von knapp 350 kg verfügt er über eine einzigartige Bauweise: eine Fronttür, die die gesamte Fahrzeugfront einnimmt und einen direkten Einstieg ermöglicht. Im Innenraum nehmen zwei Passagiere nebeneinander Platz, in einem zwar beengten, aber optimal genutzten Raum. Sein Einzylindermotor, der vom Motorrad stammt, entwickelt eine bescheidene Leistung von etwa 12 PS und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 85 km/h.

    Quelle: BMW

    Was den Isetta jedoch wirklich so erfolgreich machte, war seine groß angelegte Produktion unter Lizenz, insbesondere durch BMW. Der Erfolg stellte sich sofort ein. Der zwischen 1955 und 1962 hergestellte Isetta wurde allein in Deutschland über 160.000 Mal verkauft – für damalige Verhältnisse eine beeindruckende Zahl. Weltweit belief sich die Produktion aller Versionen zusammen auf über 300.000 Einheiten. Mit ihrem aus dem Motorradbereich stammenden Einzylindermotor (oft zwischen 250 und 300 cm³), ihrem extrem niedrigen Verbrauch und ihrer ultrakompakten Größe (ca. 2,3 Meter Länge) wurde sie zum Inbegriff für erschwingliche, rationelle und geniale Mobilität.

    Mehr noch: Die Isetta rettete BMW buchstäblich vor dem Bankrott. Sie ermöglichte es der Marke, eine kritische Phase zu überstehen und schrittweise ihre Neuausrichtung auf anspruchsvollere Modelle zu finanzieren. Selten hat ein so ungewöhnliches Auto eine so prägende Rolle in der Geschichte eines Automobilherstellers gespielt.

    Quelle: BMW

    Warum dieses Konzept auch heute noch Anklang findet

    Mehr als 70 Jahre später haben sich die Rahmenbedingungen geändert, doch manche Probleme sind erstaunlich ähnlich geblieben. Verkehrsstaus in den Städten, Parkplatzmangel und die Gesamtkosten der Mobilität zwingen dazu, das Konzept des Autos selbst zu überdenken.

    In den großen europäischen Metropolen steht die durchschnittliche Fahrzeuggröße zunehmend im Widerspruch zur tatsächlichen Nutzung. Die meisten Fahrten werden allein, über kurze Strecken und in stark befahrenen Umgebungen unternommen. Genau in diesem Bereich hatte der Isetta in den 1950er Jahren seine Daseinsberechtigung gefunden.

    Quelle: BMW

    Auf dieser Grundlage wurde der Microlino konzipiert. Er wurde von der Schweizer Firma Micro Mobility Systems entwickelt und greift ausdrücklich die Stilmerkmale des Isetta auf.

    Die optische Ähnlichkeit ist sofort erkennbar: Fronttür, abgerundete Silhouette, ultrakompaktes Format. Mit einer Länge von etwa 2,50 Metern folgt der Microlino derselben Philosophie wie sein Vorgänger. Er behält auch die Zweisitzer-Konfiguration und das Konzept eines Fahrzeugs bei, das ausschließlich für den Stadtverkehr konzipiert ist. Vor allem aber wurde die äußerst originelle Fronttür beibehalten, um an den Isetta zu erinnern. Trotz der XS-Abmessungen dieses Vierraders verfügt er dennoch über einen 230 Liter großen Kofferraum. 

    Quelle: Microlino

    Ein Wandel, der vom 21. Jahrhundert bestimmt wird

    In technologischer Hinsicht unterscheidet sich der Microlino grundlegend vom Isetta. Der Einzylinder-Verbrennungsmotor gehört der Vergangenheit an: Der Microlino ist zu 100 % elektrisch. Er bietet verschiedene Batteriekonfigurationen mit einer Reichweite von je nach Version bis zu etwa 230 km bei einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 90 km/h.

    Quelle: Microlino

    Diese Zahlen machen deutlich, dass es sich um ein Stadtfahrzeug handelt, das auf der Autobahn nicht mit einem herkömmlichen Auto mithalten kann. Doch genau darin liegt seine Stärke: Es will nicht alles können, sondern lediglich einen bestimmten Zweck effizient erfüllen.

    Eine weitere wichtige Neuerung betrifft die Sicherheit und die Konstruktion. Im Gegensatz zum Isetta erfüllt der Microlino moderne Standards in Bezug auf Karosserie, Bremssystem und Ausstattung. 

    Quelle: Microlino

    Eine neu interpretierte Ikone, keine Kopie

    Mit dem Microlino kehrt der Isetta nicht in seiner ursprünglichen Form zurück. Er wird neu interpretiert, angepasst, in ein neues Umfeld versetzt und ist Teil eines emotionalen Ansatzes.

    In den 1950er Jahren war der Isetta die Antwort auf ein Europa im Wiederaufbau. Im Jahr 2026 ist der Microlino die Antwort auf eine sich wandelnde urbane Mobilität. Was beide verbindet, ist ein roter Faden: eine einfache, kompakte und zeitgemäße Lösung anzubieten. Manche Ideen altern nicht, sie entwickeln sich weiter.

  • Opel bringt den sportlichen Corsa als vollelektrische Version neu auf den Markt

    Opel bringt den sportlichen Corsa als vollelektrische Version neu auf den Markt

    Die Rückkehr war zu erwarten, und nun wissen wir mehr darüber. Mit dem neuen Opel Corsa GSE kündigt die deutsche Marke die Rückkehr ihres sportlichen Stadtautos an, allerdings mit einer grundlegenden Änderung in der Philosophie. Die Ära der Verbrennungsmotoren der alten GSi- und OPC-Modelle ist vorbei und wurde durch einen kompakten, extrem leistungsstarken Elektroauto ersetzt. Dieses Modell ist Teil des großen Wandels, den der Hersteller durchläuft, der nun darauf abzielt, Elektrizität und Fahrspaß in einer Kategorie zu vereinen, aus der „Kleinsportwagen“ fast verschwunden sind.

    Quelle: Opel

    Ein radikaler Corsa… und der leistungsstärkste aller Zeiten

    Vor einigen Wochen wurden erste Daten und Bilder des Opel Corsa GSE während Testfahrten auf dem Nürburgring veröffentlicht, und nun liegen uns weitere Informationen dazu vor. Auf dem Papier stellt dieser Corsa GSE einen echten Generationssprung dar. Mit einer Leistung von 207 kW (281 PS) und einem Drehmoment von 345 Nm ist er schlichtweg der stärkste Serien-Corsa aller Zeiten.

    Während der Hersteller bereits eine beeindruckende Leistung erwartet hatte – das Auto beschleunigt in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h –, wird dieser kleine Sportwagen dies in 5,5 Sekunden schaffen. Damit reiht er sich direkt in die Riege der leistungsstärksten Kompaktsportwagen ein. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 180 km/h begrenzt, eine übliche Maßnahme zur Erhaltung der Reichweite und zur Wärmemanagement.

    Es stehen drei Fahrmodi zur Verfügung, um das Fahrverhalten des Fahrzeugs anzupassen:

    • Der „Sport“-Modus, der die volle Leistung freisetzt,
    • Der „Normalmodus“ ist auf 231 PS begrenzt,
    • Der „Eco“-Modus begrenzt die Geschwindigkeit auf 150 km/h, um die Effizienz zu steigern.

    Opel verbaut eine Batterie mit einer Kapazität von 54 kWh unter dem Fahrzeugboden, die mit einem speziellen Wärmemanagementsystem ausgestattet ist – eine Maßnahme, die für die langfristige Leistungsfähigkeit unerlässlich ist.

    Quelle: Opel

    Ein einzigartiges Design, das Tradition und Moderne vereint

    Auch optisch erfahren wir nun mehr, und man kann zumindest sagen, dass Opel keine Geheimnisse macht. Der Opel Corsa GSE zeichnet sich durch einen ausgeprägten sportlichen Charakter aus, der schon auf den ersten Blick ins Auge fällt.

    Sowohl vorne als auch hinten zeichnen sich die Stoßfänger durch ein markanteres Design aus, mit neu gestalteten Lufteinlässen und vertikalen Elementen, die die Breite des Fahrzeugs optisch betonen. Auch die verbreiterten Radkästen, die durch schwarze Einfassungen hervorgehoben werden, unterstreichen diesen kraftvolleren Look.

    Das äußere Erscheinungsbild besticht durch 18-Zoll-Räder mit Michelin Pilot Sport 4S-Reifen (215/40 R18), die ganz klar auf Leistung ausgelegt sind. Hinter diesen speziell gestalteten Rädern fallen die apfelgrünen Alcon-Bremsen mit GSE-Logo ins Auge – ein schlichtes Detail, das jedoch den sportlichen Charakter des Fahrzeugs sofort unterstreicht. Das schwarze Dach und der Heckflügel verleihen dem Fahrzeug zudem eine tiefergelegte Optik.

    Quelle: Opel

    Im Innenraum knüpft die deutsche Marke an ihre früheren Sportwagen an, wobei das Design modernisiert wurde. Die Sportsitze zeichnen sich durch Alcantara-Akzente mit integrierten Kopfstützen aus, die mit einem Schachbrettmuster in Schwarz, Grau und Gelb verziert sind – eine direkte Anspielung auf frühere Versionen des GSi-Modells. Gelbe Sicherheitsgurte unterstreichen diese Identität.

    Quelle: Opel

    Das Ambiente ist nun gleichzeitig technischer und interaktiver geworden. Dem Fahrer steht ein anpassbares digitales Armaturenbrett zur Verfügung, das durch einen zentralen 10-Zoll-Touchscreen ergänzt wird. Laut einer Mitteilung der Marke umfassen diese Anzeigen Daten aus der Welt von GSE: Schwerkraftwerte, Beschleunigungsleistung und Batteriemanagement sowie dynamische Echtzeitinformationen.

    Quelle: Opel

    Die Rückkehr eines historischen Mottos in einer neuen Ära

    Hinter diesem Corsa GSE verbirgt sich auch eine Frage des Images. Die Bezeichnung GSE, die für „Grand Sport Electric“ steht, löst nach und nach die früheren Sportbezeichnungen der Marke, GSI und OPC, ab.

    Dieser Trend hat bereits mit dem Opel Mokka GSE begonnen und spiegelt einen klaren Wunsch wider: Elektroautos zu einem Erlebnis zu machen.

    Damit tritt der Corsa GSE in die Fußstapfen der Corsa GSi-Modelle der 1980er Jahre und der OPC-Modelle der 2000er Jahre, steht jedoch vor einer neuen Herausforderung: zu beweisen, dass Fahrspaß auch nach dem Verzicht auf den Verbrennungsmotor bestehen bleiben kann. Genau davon versuchen uns die Skeptiker der Elektroantriebe zu überzeugen.

    Quelle: Opel

    Eine Elektrostrategie, die Leistung und Fahrspaß vereint

    Opel unterstreicht mit diesem Modell einen grundlegenden Trend: die Rückkehr der kleinen, leistungsstarken Sportwagen dank der Elektrotechnologie. Die Abwesenheit von Abgasgebühren, das sofortige Drehmoment und die hohe Leistung sind allesamt Faktoren, die die Wiederbelebung einer Klasse ermöglichen, die unter dem Druck der Vorschriften fast verschwunden war. Es wird in derselben Klasse angesiedelt sein wie der Peugeot e-208 GTI, der Lancia Ypsilon HF, der Fiat Abarth 600e oder sogar der zukünftige Volkswagen ID.Polo GTI.

    Der Corsa GSE und die übrigen Modelle der Sportreihe der Marke mit dem „Blitz“-Logo werden auf dem Pariser Autosalon 2026 offiziell vorgestellt, bevor sie voraussichtlich Ende des Jahres auf den Markt kommen. Der Preis wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben. 

  • Der ID. Polo: Volkswagens neue Ikone im Segment der Elektro-Stadtfahrzeuge

    Der ID. Polo: Volkswagens neue Ikone im Segment der Elektro-Stadtfahrzeuge

    Volkswagen setzt auf die Identität seines legendären Modells „Polo“, um in den rasant wachsenden Markt für Elektro-Stadtfahrzeuge einzusteigen. Der ID Polo verkörpert die Markenmerkmale: ein Design, das alle anspricht, ein großzügiger Innenraum, Vielseitigkeit und ein Preis ab 24.995 Euro für die Version mit „kleiner Batterie“ (Reichweite 325 km). Der neue Konkurrent des in Spanien produzierten Renault R5 wird Ende des Sommers auf die Straßen kommen.

    Der Polo: Über 20 Millionen verkaufte Fahrzeuge in 50 Jahren 

    Mit der Einführung des ID Polo knüpft Volkswagen an die Legende eines weltweit bekannten Volkswagens an, von dem seit 1975 mehr als 20 Millionen Exemplare produziert wurden. Der Polo wurde aufgrund seiner Robustheit und Zuverlässigkeit in einem bescheidenen Kleinwagenformat schon immer als „die Ameise“ bezeichnet. Es wird erwartet, dass der vollelektrische ID Polo diese vielseitigen Eigenschaften aufgreift. Sylvain Charbonnier, Geschäftsführer von Volkswagen Frankreich, sagt: „Der ID Polo kommt zum richtigen Zeitpunkt auf einen wachsenden Markt, nämlich den Markt für Elektroautos, die für die Stadt konzipiert sind. Wenn wir ihn sehen, erkennen wir sofort den Volkswagen-Stil durch das Design und die Materialqualität. Wir haben zahlreiche Anspielungen auf den ursprünglichen Polo eingebaut, wie zum Beispiel die Tachometer. Der ID Polo trägt das Erbe der Marke, und ohne Überheblichkeit haben wir großes Vertrauen in seine Fähigkeit, Fahrer von Elektroautos anzusprechen.“ 

    Ein Innenraum, der dem eines „Golf“ entspricht, bei der Größe eines „Polo“

    Der ID Polo ist 4,05 Meter lang (2 cm kürzer als das benzinbetriebene Polo-Modell, das weiterhin im Programm ist) und basiert auf der neuen MEB+-Plattform, die im gesamten Volkswagen-Konzern zum Einsatz kommt (insbesondere bei den Modellen Cupra Raval und Skoda Epic). Diese Architektur ermöglicht mehr Platz im Innenraum, mehr Beinfreiheit im Fond und einen um 25 % größeren Kofferraum: 441 Liter (bis zu 1240 Liter bei umgeklappten Rücksitzen). Damit bietet er den Innenraum eines Golfs bei der Größe eines Polo. So finden fünf Personen Platz im Fahrzeug, und es ist zu erwarten, dass sie bequemer sitzen als in einem Renault R5, dem direkten Konkurrenten. Dies dürfte bei der Kaufentscheidung der Nutzer eine wichtige Rolle spielen. Die Materialqualität und das überarbeitete Design mit mehr physischen Tasten (eine Taste, eine Funktion) deuten darauf hin, dass die zuvor bei den ID-Modellen festgestellten Mängel behoben wurden.

    Zwei Stunden Batterielaufzeit

    Der Volkswagen-Kleinwagen wird mit zwei verschiedenen Batteriekapazitäten erhältlich sein: Die „kleine“ Variante mit 37 kWh (LFP-Technologie) bietet eine Reichweite von bis zu 325 Kilometern und ist mit einem Motor mit 116 oder 135 PS kombiniert. Ab Markteinführung wird jedoch die Version mit der „großen“ Batterie mit einer Kapazität von 52 kWh (mit NMC-Technologie) erhältlich sein, die eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern und einen Motor mit 211 PS bietet. Sylvain Charbonnier erklärt:Im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern bieten wir Schnellladen als Standardausstattung bei allen ID Polo-Modellen an. Angesichts des wachsenden Interesses der Kunden an der Elektromobilität ist es wichtig, diese Ladefreundlichkeit zu bieten. Bei der kleinen Batterie dauert das Laden von 20 auf 80 % etwa 24 Minuten, während es bei der großen Batterie 3 Minuten länger dauert.“

    Ab 24.995 Euro

    Der ID Polo in der Basisausstattung (37-kWh-Batterie und 116 PS) kann bereits bestellt werden; der Preis beginnt bei 24.995 Euro. Da Volkswagen die Batterien in Europa produziert und das Fahrzeug dort montiert, kommt dieses Modell für die „Prämie für private Elektrofahrzeuge“ in Frage, wodurch der Preis bei 19.825 Euro beginnt. Preislich liegt dieses Fahrzeug im unteren mittleren Segment der europäischen Stadt-Elektroautos. Andererseits ist noch nicht bekannt, ob der ID Polo für das von der Regierung wieder eingeführte Sozialleasingprogramm in Frage kommt, obwohl das Modell voraussichtlich eine „Eco-Score“-Einstufung gemäß den Kriterien der französischen Agentur für Umwelt und Energie (ADEME) erhalten wird.

    Der Anfang einer langen Liste von Identifikatoren

    Diese Markteinführung bildet den Auftakt zu einer umfassenden Umstellung auf Elektrofahrzeuge innerhalb der Volkswagen-Gruppe. Nach und nach sollen acht Modelle auf den Markt kommen. Der ID.3 Neo (die überarbeitete Version des ID.3), der dem Renault Mégane e-Tech Konkurrenz macht, soll im kommenden Juli auf den Markt kommen. Auch der ID Polo wird in einer sportlichen GTI-Version erhältlich sein. Auf dem Pariser Autosalon wird der ID Cross (der vom ID Polo inspirierte sportliche Geländewagen) vorgestellt. „Diese erweiterte Modellpalette ist auf dem französischen Markt durchaus gerechtfertigt“, bekräftigt der Geschäftsführer von Volkswagen France. „Die geopolitische Lage treibt uns dazu an, den Umstieg auf Elektroautos fortzusetzen, obwohl unsere Verkaufszahlen bei Elektrofahrzeugen bereits vor der Krise gut waren. Im Jahr 2025 waren 30 % der verkauften Volkswagen Elektroautos, angeführt von den Modellen ID 3 und ID 4.“ 

    Es ist zu erwarten, dass der ID Polo diesen Trend noch verstärken wird, zumal die deutsche Marke durch den Markteintritt preisgünstigerer chinesischer Modelle unter Druck gerät. „Dieser Wettbewerb muss für uns eine Herausforderung sein und uns dazu anspornen, unsere Leistung zu verbessern und auf die Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen. Wussten Sie, dass in Frankreich zwei Millionen Autofahrer einen Volkswagen fahren? Deshalb müssen wir sie auch weiterhin mit den Technologien von heute zufriedenstellen“, erklärt Sylvain Charbonnier.

  • BMW hat die Marke von 2 Millionen Elektroautos überschritten und bekräftigt damit seinen industriellen Aufstieg

    BMW hat die Marke von 2 Millionen Elektroautos überschritten und bekräftigt damit seinen industriellen Aufstieg

    BMW erreicht einen symbolischen, vor allem aber auch industriellen Meilenstein. Der deutsche Konzern gibt bekannt, dass sein zweimillionstes reines Elektrofahrzeug das Werk in Dingolfing (Deutschland) verlassen hat. Hinter dieser Zahl verbirgt sich weit mehr als nur ein PR-Gag: Sie sagt viel über den schrittweisen Wandel des Herstellers hin zur Elektromobilität aus, ohne dabei seine Multi-Energie-Strategie aufzugeben.

    Quelle: BMW Group

    Ein symbolischer und vor allem industrieller Meilenstein

    Wie die BMW Group in einer Pressemitteilung bekannt gibt, handelt es sich bei dem glücklichen Auserwählten um einen BMW i5 M60 xDrive in der Farbe Tansanit Blue, der im Werk Dingolfing montiert wurde und für einen spanischen Kunden bestimmt ist. Die Zahl spricht für sich und hat symbolischen Charakter: Mit 2 Millionen produzierten Elektrofahrzeugen bestätigt BMW, dass das Unternehmen ein Akteur – mit großem A – der Energiewende im Verkehrssektor ist.

    Auch wenn der Konzern noch weit hinter den Absatzzahlen der weltweiten Marktführer wie BYD, Tesla und der Volkswagen Gruppe zurückbleibt, nimmt das Tempo deutlich zu. Dieser Meilenstein verdeutlicht einen kontinuierlichen Aufschwung, der durch die Erweiterung der Modellpalette und die schrittweise Umstellung der Werke des deutschen Konzerns vorangetrieben wird.

    Quelle: BMW Group

    Eine alte Strategie, die sich jedoch lange Zeit als fortschrittlich erwiesen hat

    Im Gegensatz zu anderen Herstellern hat BMW nicht auf den jüngsten Trend gewartet, um einzusteigen. Tatsächlich produziert der Konzern bereits seit 2013 mit dem in Leipzig montierten BMW i3 rein elektrische Serienfahrzeuge.

    Dieses wegweisende Modell legte den Grundstein für die „i“-Reihe, doch der Durchbruch erfolgte erst nach und nach im Laufe mehrerer Jahre, da das Markenzeichen des Herstellers vor allem seine leistungsstarken Verbrennungsmotoren sind.

    Vor allem seit Beginn der 2020er Jahre hat der Hersteller einen neuen Gang eingelegt, was sich in einer größeren Modellvielfalt und einer tiefgreifenden Umgestaltung seiner Produktionsanlagen zeigt.

    Quelle: BMW Group

    Dingolfing, das industrielle Herzstück der Elektromobilität bei BMW

    Die am 5. Mai 2026 veröffentlichte Pressemitteilung stellt Dingolfing in den Vordergrund, und das ist kein Zufall. Der Standort in Niederbayern ist heute das wichtigste industrielle Aushängeschild von BMW im Bereich der Elektromobilität. Seit 2021 werden dort Modelle wie der BMW iX, der BMW i7 und der BMW i5 produziert, die alle elektrisch angetrieben sind.

    In vier Jahren wurden dort mehr als 320.000 Elektrofahrzeuge montiert, was fast einem Sechstel der Gesamtzahl entspricht. Zuletzt, im Jahr 2025, war bereits mehr als ein Viertel der Produktion des Standorts zu 100 % elektrisch.

    Vor allem beschränkt sich Dingolfing nicht nur auf die Montage. Der Standort hat mehr als 1,5 Millionen Elektromotoren und über eine Million Hochspannungsbatterien produziert. Mit anderen Worten: Er ist ein äußerst wichtiger Knotenpunkt in der elektrischen Wertschöpfungskette des Konzerns.

    Quelle: BMW Group

    Ein bereits weitgehend elektrifiziertes industrielles Netz

    Das Werk in Dingolfing steht zwar im Rampenlicht, ist aber letztlich nur ein wichtiger Teil eines größeren Ganzen. BMW produziert mittlerweile in allen seinen großen deutschen Werken Elektrofahrzeuge, darunter in München, Regensburg und Leipzig.

    Auf internationaler Ebene stützt sich die Produktion je nach Modell und Bauteilen auch auf Standorte wie Shenyang in China oder Spartanburg in den Vereinigten Staaten.

    Diese Organisationsstruktur ermöglicht es dem Konzern, weiter zu wachsen, ohne von einem einzigen Standort abhängig zu sein, und gleichzeitig die nächste Generation der Fahrzeuge der „Neuen Klasse“ vorzubereiten.

    Die bewusste Entscheidung für eine Multi-Energie-Strategie

    Das ist die andere Kernaussage der Pressemitteilung. BMW entscheidet sich nicht für einen abrupten Umstieg auf reine Elektrofahrzeuge. Der Hersteller produziert weiterhin auf derselben Montagelinie Modelle mit Verbrennungsmotor, Hybrid- und Elektrofahrzeuge.

    Quelle: BMW Group

    Dieses Prinzip der „gemischten Fertigung“ ermöglicht es, die Produktion marktbezogen an die Nachfrage anzupassen. Ein flexiblerer Ansatz als der einiger Wettbewerber, die ihre Fertigungslinien vollständig voneinander trennen und damit das Risiko eingehen, im Verhältnis zu einer Nachfrage, die je nach verschiedenen Faktoren schwanken kann, zu viel zu produzieren. Mit anderen Worten: BMW sichert seinen Wandel ab, indem es sich alle Optionen offen hält.

    Eine Elektrifizierung, die sich weiter beschleunigen wird

    Die Strategie des deutschen Giganten ist bekannt: Bis 2030 strebt er einen Elektroanteil von rund 50 % am Absatz in Europa an. Einige Standorte werden schneller umstellen als der Rest des Konzerns; ein typisches Beispiel ist das Werk in München, das ab 2027 zu 100 % auf Elektroantrieb umgestellt werden soll.

    Quelle: BMW Frankreich

    Die Marke von 2 Millionen Fahrzeugen bestätigt einen grundlegenden Trend: Bei BMW ist die Elektromobilität kein eigenständiges Segment mehr, sondern ein zentraler Bestandteil des Unternehmens.

  • Uber senkt seine Preise und unterstützt seine Fahrer angesichts der steigenden Kraftstoffpreise

    Uber senkt seine Preise und unterstützt seine Fahrer angesichts der steigenden Kraftstoffpreise

    Die Energiekrise trifft das Modell der Fahrdienstvermittler mit voller Wucht. Angesichts der seit Beginn der Konflikte im Nahen Osten explodierenden Kraftstoffpreise setzt Uber in Frankreich einen Notfallplan um: Preissenkungen, Reduzierung der Provisionen und neue Fördermaßnahmen, um den Umstieg auf Elektrofahrzeuge zu beschleunigen. Hinter diesen Ankündigungen steht das Ziel des US-Unternehmens, die Geschäftstätigkeit der Fahrer in einem Umfeld aufrechtzuerhalten, in dem ihre Kosten explodieren.

    Quelle: MOZCO

    Eine Kraftstoffkrise, die den gesamten Sektor ins Wanken bringt

    Der Beruf des Fahrdienstleisters gilt oft als prekär, doch derzeit trifft dies mehr denn je zu. Tatsächlich steigen die Kraftstoffpreise seit mehreren Wochen rasant an. Es ist allgemein bekannt, dass dieser Anstieg mit den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zusammenhängt; mittlerweile liegt der Literpreis bei über 2 Euro, was sich direkt auf das Einkommen der Fahrer auswirkt.

    Für die rund 30.000 Fahrdienstleister, die in Frankreich auf Fahrdienstplattformen (Uber, Heetch, Bolt) tätig sind, sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar. Fahrer mit Verbrennungsmotoren sehen sich mit einem drastischen Anstieg ihrer Kosten konfrontiert, aber auch mit einer Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen: Längere Wartezeiten an Tankstellen führen zu weniger Fahrten, was wiederum zu sinkender Rentabilität führt.

    Quelle: Maxime JEGAT

    Uber setzt auf eine Preissenkung um 30 %, um die Nachfrage anzukurbeln

    Vor kurzem hat der amerikanische Fahrdienstvermittler mehrere Maßnahmen angekündigt, um diesen Problemen zu begegnen. Die erste besteht darin, die Preise anzupassen, um das Geschäft anzukurbeln. So kündigt Uber eine Preissenkung um 30 % für sein Mitfahrangebot „Uber X Share“ an. Diese Maßnahme wird als vorübergehend dargestellt.

    Die Idee ist einfach: mehr Kunden gewinnen, um die sinkende Rentabilität der Fahrer auszugleichen. Und der Hebel dafür ist bereits vorhanden. Seit Anfang März sind diese Mitfahrgelegenheiten um 54 % gestiegen – ein Beweis für das große Interesse an günstigeren Fahrten in Zeiten der Inflation. Mit anderen Worten: Uber versucht, die unter Druck geratenen Margen durch ein höheres Fahrtenvolumen auszugleichen.

    Quelle: Uber

    Geringere Provisionen für die aktivsten Fahrer

    Parallel dazu passt die Plattform auch ihr eigenes Modell an. Rund 1.000 der aktivsten Fahrer werden über das Uber-Pro-Programm von einer „erheblichen Senkung“ der Servicegebühren profitieren.

    Das Ziel ist klar: Die gestiegenen Kraftstoffkosten sollen direkt für diejenigen ausgeglichen werden, die am meisten unterwegs sind. Eine gezielte Maßnahme, die vor allem diejenigen begünstigt, die in ihrer Tätigkeit als Fahrdienstleister am stärksten auf ihr Fahrzeug angewiesen sind.

    Elektrofahrzeuge werden zu einer wirtschaftlichen Lösung und sind nicht mehr nur eine ökologische Alternative

    Doch abgesehen von den Sofortmaßnahmen treibt Uber vor allem seinen grundlegenden Wandel voran: den Ausstieg aus der Verbrennungsmotor-Technologie. Man muss wissen, dass es seit 2022 für neue Fahrer nicht mehr möglich ist, sich mit einem Fahrzeug mit Dieselmotor anzumelden. Die Plattform kündigt an: „eine Sonderbeihilfe von 1.500 Euro für die Anmietung von neuen oder gebrauchten Elektrofahrzeugen mit unbegrenzter Kilometerzahl bei Flexifleet“.

    Eine Maßnahme, die offenbar bereits Wirkung zeigt. Zwischen Februar und April stiegen die Anfragen zu Informationen über den Umstieg auf Elektrofahrzeuge um 60 %, während die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen um fünf Prozentpunkte zunahm.

    Diese Strategie stützt sich auf einen Fonds in Höhe von 75 Millionen Euro, der 2020 aufgelegt und teilweise von den Kunden finanziert wurde, um die Fahrer bei ihrem Wandel zu unterstützen.

    Quelle: Uber

    Eine bereits weitgehend elektrifizierte Flotte

    Die Ergebnisse sind deutlich zu sehen. Innerhalb weniger Jahre hat sich die Uber-Flotte in Frankreich grundlegend verändert:

    • Der Dieselanteil, der 2020 noch bei über 85 % lag, ist heute auf unter 5 % gesunken;
    • 93 % der Fahrzeuge sind mittlerweile Hybrid- oder Elektrofahrzeuge;
    • und etwa 25 % sind zu 100 % elektrisch.

    In diesem Zusammenhang hat das Unternehmen kürzlich die Übernahme der Pariser Wasserstoff-Taxiflotte von HysetCo bekannt gegeben, wodurch sein Ökosystem um weitere 800 Fahrzeuge erweitert wird.

    Quelle: Uber/HysetCo

    Diese Maßnahmen erscheinen als unmittelbare Reaktion auf die Kraftstoffkrise. Sie spiegeln jedoch auch eine tiefgreifendere Veränderung des Uber-Modells wider. Der drastische Anstieg der Ölpreise wirkt wie ein Beschleuniger: Er schwächt die Verbrennungsmotoren und verstärkt für die Fahrer das wirtschaftliche Interesse an Elektrofahrzeugen. Eine zentrale Frage bleibt jedoch offen: Werden diese Anpassungen ausreichen, sollte sich die Energiekrise langfristig festsetzen?

  • Allan Swan zum neuen Geschäftsführer von ACC ernannt, um die industrielle Dynamik wieder anzukurbeln

    Allan Swan zum neuen Geschäftsführer von ACC ernannt, um die industrielle Dynamik wieder anzukurbeln

    ACC tritt in eine neue Phase seiner Entwicklung ein. Der europäische Hersteller von Batterien für Elektrofahrzeuge hat die Ernennung von Allan Swan zum Geschäftsführer mit Wirkung zum 1. Mai 2026 bekannt gegeben, mit einem klaren Auftrag: die industrielle Hochlaufphase in einem anspruchsvollen Umfeld zu beschleunigen. Dieser Wechsel in der Unternehmensführung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern mit betrieblichen Schwierigkeiten an seinem Standort in der Region Hauts-de-France und mit zunehmendem Wettbewerbsdruck aus Asien konfrontiert ist.

    Quelle: ACC

    Ein Führungswechsel in einer kritischen Phase

    ACC wechselt an einem entscheidenden Wendepunkt seiner industriellen Entwicklung die Führung. Tatsächlich ist es dem Joint Venture (zwischen Stellantis, Mercedes und TotalEnergies) bislang nicht gelungen, seine Ambitionen in greifbare industrielle Realität umzusetzen. 

    Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich das Unternehmen dazu entschlossen, die Unternehmensführung zu wechseln. Der Auserwählte, Allan Swan, ist kein Unbekannter: Bislang leitete er Panasonic Energy USA, wo er den Aufbau von zwei Gigafabriken vorantrieb, die unter anderem Tesla beliefern. Seine Fachkompetenz steht in direktem Zusammenhang mit der aktuellen Herausforderung von ACC: den Übergang vom industriellen Versprechen zur kontrollierten Massenproduktion zu schaffen.

    Allan Swan erklärte, er fühle sich „geehrt durch das Vertrauen, das mir die Aktionäre von ACC entgegenbringen, und freue mich darauf, in einer für die Elektrofahrzeugbranche so entscheidenden Phase zum Unternehmen zu stoßen.“

    Quelle: The Business Journals

    Yann Vincent, der Architekt des Projekts, gibt das Ruder ab

    Diese Veränderung markiert auch das Ende eines Zyklus. Allan Swan tritt die Nachfolge von Yann Vincent an, der nach sechs Jahren an der Spitze des Unternehmens, das er selbst gegründet hatte, in den Ruhestand geht.

    Unter seiner Leitung hat ACC den Grundstein für die europäische Batterieindustrie gelegt: Inbetriebnahme der ersten Gigafactory, Aufbau eines industriellen Ökosystems und Entwicklung eigener Technologien über das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Bordeaux-Brügge.

    Die Rolle des Bauunternehmers ist jedoch nicht die einer groß angelegten Industrialisierung. Die Stabübergabe spiegelt genau diesen Wandel wider: Auf die Bauphase folgt die Phase der industriellen Ausführung.

    Quelle: Lionel Vadam

    Ein Anlauf, der schwieriger war als erwartet

    Das ist der Kern des Problems. ACC räumte im vergangenen Februar selbst ein, dass der Hochlauf seines Werks in Nordfrankreich „länger und kostspieliger ist als erwartet“.

    In dieser Branche hängt alles von der Beherrschung der Produktionsprozesse ab: Produktionsmengen, Ausschussquote, Stabilität der Fertigungslinien. Genau diese Parameter sind jedoch ausschlaggebend für die Rentabilität.

    Das Unternehmen vermeldet jedoch Fortschritte: Die Modulproduktion hat sich innerhalb weniger Monate verdoppelt, und der Anteil unbrauchbarer Batterien geht zurück. Diese Fortschritte reichen jedoch noch nicht aus, um das Geschäftsmodell vollständig zu stabilisieren.

    Quelle: ACC

    Ein immer stärkerer Druck von außen

    Diese internen Schwierigkeiten sind vor dem Hintergrund einer angespannteren Marktlage zu sehen.

    Einerseits steigt die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen weiter an, wenn auch langsamer als erwartet. Andererseits verfolgen die europäischen Hersteller, die Hauptkunden von ACC, bei ihren Investitionen einen vorsichtigeren Ansatz.

    Vor allem die Konkurrenz aus Asien lastet schwer auf dem Unternehmen. Akteure wie BYD oder CATL dominieren die weltweite Batterieproduktion mit ihren niedrigen Kosten und ihrer hohen industriellen Reife. Vor diesem Hintergrund muss ACC sowohl seinen industriellen Rückstand aufholen als auch seine Absatzmärkte sichern.

    Ein strategisches Projekt für die europäische Souveränität

    Ungeachtet der Schwierigkeiten steht nach wie vor viel auf dem Spiel: ACC ist ein zentraler Bestandteil der europäischen Strategie zur industriellen Souveränität.

    Heute werden fast alle in Europa verwendeten Batterien von asiatischen Herstellern produziert. Das Ziel von ACC ist es gerade, diese Abhängigkeit zu verringern. Der neue Geschäftsführer des Joint Ventures zeigt sich diesbezüglich zuversichtlich: „Ich freue mich darauf, mit den Teams von ACC zusammenzuarbeiten, um das Wachstum zu beschleunigen, unsere Produktionskapazitäten zu erweitern und das europäische Ziel einer sauberen, wettbewerbsfähigen und energieunabhängigen Mobilität zu unterstützen.“

    Doch dieses Ziel hat seinen Preis. Der Konzern hat seine Pläne für neue Werke in Deutschland und Italien vorerst auf Eis gelegt

    Eine neue, anspruchsvollere Phase

    Die Ernennung von Allan Swan scheint eine schlüssige Entscheidung zu sein. Er übernimmt ein gut strukturiertes, aber geschwächtes Unternehmen, das seine eigenen energiepolitischen Entscheidungen trifft, da sich ACC dafür entschieden hat, sich im NMC-Segment (Nickel-Mangan-Kobalt) zu positionieren – eine Chemieschicht, die wegen ihrer Energiedichte geschätzt wird, aber teurer ist als LFP (Lithium-Eisen-Phosphat). 

    Quelle: ACC

    Genau darin liegt die Herausforderung dieser neuen Phase: ein industrielles Ziel in eine nachhaltige wirtschaftliche Realität umzusetzen. Und genau in diesem Bereich wird vom neuen Geschäftsführer Leistung erwartet.