Der Übergang zur Elektrifizierung in der Welt der Luxusautos schreitet Schritt für Schritt voran. Das bisher beste Modell, das vollständig auf Elektroantrieb umgestellt wurde, ist der 2022 vorgestellte Rolls-Royce Spectre. Der bei den Europäern beliebteste Rolls-Royce hat gerade mehrere technische Weiterentwicklungen und eine größere Auswahl an Individualisierungsmöglichkeiten erhalten, um seine rückläufigen Verkaufszahlen wieder anzukurbeln. Auf diesem Markt für leise, opulente und repräsentative Limousinen liegt das zeitlose englische Coupé an der Spitze, da Konkurrenten rar sind.

Der meistverkaufte Rolls in Europa
Nur wenige Tage nach der vielbeachteten Enthüllung des Ferrari Luce, dem ersten rein elektrischen Modell des „springenden Pferdes“, erlebt die Welt der exklusiven Automobile eine Weiterentwicklung ihres symbolträchtigsten Vertreters: den Rolls-Royce Spectre. Das 2022 vorgestellte Luxus-Elektro-Coupé kehrt unter dem Namen „Series II“ zurück und verbessert seine technischen Leistungen durch mehr Leistung und eine größere Reichweite. Seit seiner Markteinführung hat es wohlhabende europäische Besitzer begeistert und ist zum meistverkauften Rolls-Royce der Modellpalette geworden, noch vor den Verbrennungsmodellen der Marke. Ein Auto, das schon von Haus aus leise, sanft und komfortabel ist, wird mit einem Elektromotor noch besser. Doch im Jahr 2025 gingen die Verkaufszahlen um fast 50 % zurück, wobei kaum 1.000 Einheiten produziert wurden. Der britische Hersteller musste reagieren, da sich die Technologie im Elektrobereich rasant weiterentwickelt.

Größere Reichweite: 628 km
Da Rolls-Royce zur BMW Group gehört, verfügt der Spectre über dieselbe Elektroarchitektur wie die kürzlich überarbeitete i7-Limousine. Der Spectre ist somit mit einem 400-V-Hochspannungssystem ausgestattet und nicht mit einem 800-V-System, wie es bei Luxus-Elektrofahrzeugen mittlerweile Standard ist (Porsche Taycan oder Ferrari Luce). Dennoch ist es den Ingenieuren von Rolls-Royce gelungen, die Schnellladegeschwindigkeit um 14 % zu steigern, sodass weniger als 30 Minuten benötigt werden, um die Batterie von 10 % auf 80 % aufzuladen. Eine weitere Verbesserung betrifft die Reichweite, die dank einer höheren Batteriekapazität von 530 auf 628 km WLTP steigt, was einer Steigerung von 18 % entspricht.

Die dynamischere Black-Badge-Variante der Series II bietet mehr Leistung (Zuwachs von 15 kW auf insgesamt 500 kW, 680 PS) und ein höheres Drehmoment: 1100 Nm im „Spirited“-Modus (gegenüber zuvor 1050 Nm). In dieser Konfiguration wird der Black Badge Spectre Series II zum leistungsstärksten Rolls-Royce, der jemals in der Geschichte des Herstellers gebaut wurde, mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,3 Sekunden.

Innenausstattung auf höchstem Luxusniveau
Keine äußerlichen Änderungen für das imposante, 5,45 Meter lange Coupé. „Ruhe, Laufruhe und außergewöhnliche Kraft sind für unsere Kunden wertvolle Eigenschaften“, erklärt Chris Brownridge, Geschäftsführer von Rolls-Royce Cars. Der Spectre bestätigt damit, dass Rolls-Royce mit der Elektrifizierung bestens zurechtkommt, wenn man die außergewöhnliche Resonanz betrachtet, die er weltweit erfahren hat. Mit dem Spectre Series II erweitern wir die Grenzen der Individualisierungs- und Perfektionierungsmöglichkeiten noch weiter. “ Der Mitbegründer Sir Henry Royce sagte: „Kleine Details machen die Perfektion aus, aber Perfektion ist kein Detail.“ Mit der Weiterentwicklung seines Bespoke-Programms führt Rolls eine neue Reihe maßgeschneiderter Elemente, Materialien und Oberflächen ein. Das neue Design der Uhr ist von Flugzeuginstrumenten inspiriert und in ein Uhrengehäuse integriert.

Die Duality-Twill-Stoffe weisen bis zu 2,6 Millionen Stiche auf, was 16 km Garn und 25 Arbeitsstunden entspricht. Das Leder mit gezielten Perforationen weist hingegen fast 80.000 Stiche in den Sitzen, Türverkleidungen, Polsterungen, Kopfstützen und der Deckenverkleidung auf, die sogar mit LEDs beleuchtet werden kann und so eine Lichtquelle erzeugt, die einem Sternenhimmel ähnelt. Diese akribische Arbeit wird von Dutzenden von Handwerkern ausgeführt.

Ein noch eher verhaltener Wettbewerb
Der Preis für die Spectre Series II dürfte bei 350.000 € vor Steuern liegen. Ein zwar hoher Preis, der aber letztlich durchaus angemessen ist für alle, die sich dieses elegante Coupé mit zeitlosen Linien gönnen möchten, dessen leiser Antrieb einen wie auf einem „fliegenden Teppich“ dahintreibt. Ein Ruf, von dem die Marke aus Goodwood profitiert, da die Namen ihrer Modelle (Phantom, Ghost, Dawn, Spectre…) schon immer an diese schwebende Fortbewegung einer wandernden Seele erinnert haben.
Mit dieser zweiten Generation des Spectre hat Rolls-Royce die Chance, sich von seinen wenigen Konkurrenten auf dem Markt für elektrische Ultra-Luxusfahrzeuge abzusetzen, zu denen derzeit der Mercedes-Maybach EQS SUV, die Mercedes EQS-Limousine sowie der amerikanische Lucid Air Sapphire und der chinesische NIO ET9. Doch angesichts des rasanten technologischen Fortschritts und der Vorteile, die Elektrofahrzeuge bieten, dürften die Angebote bald zahlreicher werden.




































































