Kategorie: Nachrichten

  • Opel bringt den sportlichen Corsa als vollelektrische Version neu auf den Markt

    Opel bringt den sportlichen Corsa als vollelektrische Version neu auf den Markt

    Die Rückkehr war zu erwarten, und nun wissen wir mehr darüber. Mit dem neuen Opel Corsa GSE kündigt die deutsche Marke die Rückkehr ihres sportlichen Stadtautos an, allerdings mit einer grundlegenden Änderung in der Philosophie. Die Ära der Verbrennungsmotoren der alten GSi- und OPC-Modelle ist vorbei und wurde durch einen kompakten, extrem leistungsstarken Elektroauto ersetzt. Dieses Modell ist Teil des großen Wandels, den der Hersteller durchläuft, der nun darauf abzielt, Elektrizität und Fahrspaß in einer Kategorie zu vereinen, aus der „Kleinsportwagen“ fast verschwunden sind.

    Quelle: Opel

    Ein radikaler Corsa… und der leistungsstärkste aller Zeiten

    Vor einigen Wochen wurden erste Daten und Bilder des Opel Corsa GSE während Testfahrten auf dem Nürburgring veröffentlicht, und nun liegen uns weitere Informationen dazu vor. Auf dem Papier stellt dieser Corsa GSE einen echten Generationssprung dar. Mit einer Leistung von 207 kW (281 PS) und einem Drehmoment von 345 Nm ist er schlichtweg der stärkste Serien-Corsa aller Zeiten.

    Während der Hersteller bereits eine beeindruckende Leistung erwartet hatte – das Auto beschleunigt in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h –, wird dieser kleine Sportwagen dies in 5,5 Sekunden schaffen. Damit reiht er sich direkt in die Riege der leistungsstärksten Kompaktsportwagen ein. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 180 km/h begrenzt, eine übliche Maßnahme zur Erhaltung der Reichweite und zur Wärmemanagement.

    Es stehen drei Fahrmodi zur Verfügung, um das Fahrverhalten des Fahrzeugs anzupassen:

    • Der „Sport“-Modus, der die volle Leistung freisetzt,
    • Der „Normalmodus“ ist auf 231 PS begrenzt,
    • Der „Eco“-Modus begrenzt die Geschwindigkeit auf 150 km/h, um die Effizienz zu steigern.

    Opel verbaut eine Batterie mit einer Kapazität von 54 kWh unter dem Fahrzeugboden, die mit einem speziellen Wärmemanagementsystem ausgestattet ist – eine Maßnahme, die für die langfristige Leistungsfähigkeit unerlässlich ist.

    Quelle: Opel

    Ein einzigartiges Design, das Tradition und Moderne vereint

    Auch optisch erfahren wir nun mehr, und man kann zumindest sagen, dass Opel keine Geheimnisse macht. Der Opel Corsa GSE zeichnet sich durch einen ausgeprägten sportlichen Charakter aus, der schon auf den ersten Blick ins Auge fällt.

    Sowohl vorne als auch hinten zeichnen sich die Stoßfänger durch ein markanteres Design aus, mit neu gestalteten Lufteinlässen und vertikalen Elementen, die die Breite des Fahrzeugs optisch betonen. Auch die verbreiterten Radkästen, die durch schwarze Einfassungen hervorgehoben werden, unterstreichen diesen kraftvolleren Look.

    Das äußere Erscheinungsbild besticht durch 18-Zoll-Räder mit Michelin Pilot Sport 4S-Reifen (215/40 R18), die ganz klar auf Leistung ausgelegt sind. Hinter diesen speziell gestalteten Rädern fallen die apfelgrünen Alcon-Bremsen mit GSE-Logo ins Auge – ein schlichtes Detail, das jedoch den sportlichen Charakter des Fahrzeugs sofort unterstreicht. Das schwarze Dach und der Heckflügel verleihen dem Fahrzeug zudem eine tiefergelegte Optik.

    Quelle: Opel

    Im Innenraum knüpft die deutsche Marke an ihre früheren Sportwagen an, wobei das Design modernisiert wurde. Die Sportsitze zeichnen sich durch Alcantara-Akzente mit integrierten Kopfstützen aus, die mit einem Schachbrettmuster in Schwarz, Grau und Gelb verziert sind – eine direkte Anspielung auf frühere Versionen des GSi-Modells. Gelbe Sicherheitsgurte unterstreichen diese Identität.

    Quelle: Opel

    Das Ambiente ist nun gleichzeitig technischer und interaktiver geworden. Dem Fahrer steht ein anpassbares digitales Armaturenbrett zur Verfügung, das durch einen zentralen 10-Zoll-Touchscreen ergänzt wird. Laut einer Mitteilung der Marke umfassen diese Anzeigen Daten aus der Welt von GSE: Schwerkraftwerte, Beschleunigungsleistung und Batteriemanagement sowie dynamische Echtzeitinformationen.

    Quelle: Opel

    Die Rückkehr eines historischen Mottos in einer neuen Ära

    Hinter diesem Corsa GSE verbirgt sich auch eine Frage des Images. Die Bezeichnung GSE, die für „Grand Sport Electric“ steht, löst nach und nach die früheren Sportbezeichnungen der Marke, GSI und OPC, ab.

    Dieser Trend hat bereits mit dem Opel Mokka GSE begonnen und spiegelt einen klaren Wunsch wider: Elektroautos zu einem Erlebnis zu machen.

    Damit tritt der Corsa GSE in die Fußstapfen der Corsa GSi-Modelle der 1980er Jahre und der OPC-Modelle der 2000er Jahre, steht jedoch vor einer neuen Herausforderung: zu beweisen, dass Fahrspaß auch nach dem Verzicht auf den Verbrennungsmotor bestehen bleiben kann. Genau davon versuchen uns die Skeptiker der Elektroantriebe zu überzeugen.

    Quelle: Opel

    Eine Elektrostrategie, die Leistung und Fahrspaß vereint

    Opel unterstreicht mit diesem Modell einen grundlegenden Trend: die Rückkehr der kleinen, leistungsstarken Sportwagen dank der Elektrotechnologie. Die Abwesenheit von Abgasgebühren, das sofortige Drehmoment und die hohe Leistung sind allesamt Faktoren, die die Wiederbelebung einer Klasse ermöglichen, die unter dem Druck der Vorschriften fast verschwunden war. Es wird in derselben Klasse angesiedelt sein wie der Peugeot e-208 GTI, der Lancia Ypsilon HF, der Fiat Abarth 600e oder sogar der zukünftige Volkswagen ID.Polo GTI.

    Der Corsa GSE und die übrigen Modelle der Sportreihe der Marke mit dem „Blitz“-Logo werden auf dem Pariser Autosalon 2026 offiziell vorgestellt, bevor sie voraussichtlich Ende des Jahres auf den Markt kommen. Der Preis wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben. 

  • Der ID. Polo: Volkswagens neue Ikone im Segment der Elektro-Stadtfahrzeuge

    Der ID. Polo: Volkswagens neue Ikone im Segment der Elektro-Stadtfahrzeuge

    Volkswagen setzt auf die Identität seines legendären Modells „Polo“, um in den rasant wachsenden Markt für Elektro-Stadtfahrzeuge einzusteigen. Der ID Polo verkörpert die Markenmerkmale: ein Design, das alle anspricht, ein großzügiger Innenraum, Vielseitigkeit und ein Preis ab 24.995 Euro für die Version mit „kleiner Batterie“ (Reichweite 325 km). Der neue Konkurrent des in Spanien produzierten Renault R5 wird Ende des Sommers auf die Straßen kommen.

    Der Polo: Über 20 Millionen verkaufte Fahrzeuge in 50 Jahren 

    Mit der Einführung des ID Polo knüpft Volkswagen an die Legende eines weltweit bekannten Volkswagens an, von dem seit 1975 mehr als 20 Millionen Exemplare produziert wurden. Der Polo wurde aufgrund seiner Robustheit und Zuverlässigkeit in einem bescheidenen Kleinwagenformat schon immer als „die Ameise“ bezeichnet. Es wird erwartet, dass der vollelektrische ID Polo diese vielseitigen Eigenschaften aufgreift. Sylvain Charbonnier, Geschäftsführer von Volkswagen Frankreich, sagt: „Der ID Polo kommt zum richtigen Zeitpunkt auf einen wachsenden Markt, nämlich den Markt für Elektroautos, die für die Stadt konzipiert sind. Wenn wir ihn sehen, erkennen wir sofort den Volkswagen-Stil durch das Design und die Materialqualität. Wir haben zahlreiche Anspielungen auf den ursprünglichen Polo eingebaut, wie zum Beispiel die Tachometer. Der ID Polo trägt das Erbe der Marke, und ohne Überheblichkeit haben wir großes Vertrauen in seine Fähigkeit, Fahrer von Elektroautos anzusprechen.“ 

    Ein Innenraum, der dem eines „Golf“ entspricht, bei der Größe eines „Polo“

    Der ID Polo ist 4,05 Meter lang (2 cm kürzer als das benzinbetriebene Polo-Modell, das weiterhin im Programm ist) und basiert auf der neuen MEB+-Plattform, die im gesamten Volkswagen-Konzern zum Einsatz kommt (insbesondere bei den Modellen Cupra Raval und Skoda Epic). Diese Architektur ermöglicht mehr Platz im Innenraum, mehr Beinfreiheit im Fond und einen um 25 % größeren Kofferraum: 441 Liter (bis zu 1240 Liter bei umgeklappten Rücksitzen). Damit bietet er den Innenraum eines Golfs bei der Größe eines Polo. So finden fünf Personen Platz im Fahrzeug, und es ist zu erwarten, dass sie bequemer sitzen als in einem Renault R5, dem direkten Konkurrenten. Dies dürfte bei der Kaufentscheidung der Nutzer eine wichtige Rolle spielen. Die Materialqualität und das überarbeitete Design mit mehr physischen Tasten (eine Taste, eine Funktion) deuten darauf hin, dass die zuvor bei den ID-Modellen festgestellten Mängel behoben wurden.

    Zwei Stunden Batterielaufzeit

    Der Volkswagen-Kleinwagen wird mit zwei verschiedenen Batteriekapazitäten erhältlich sein: Die „kleine“ Variante mit 37 kWh (LFP-Technologie) bietet eine Reichweite von bis zu 325 Kilometern und ist mit einem Motor mit 116 oder 135 PS kombiniert. Ab Markteinführung wird jedoch die Version mit der „großen“ Batterie mit einer Kapazität von 52 kWh (mit NMC-Technologie) erhältlich sein, die eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern und einen Motor mit 211 PS bietet. Sylvain Charbonnier erklärt:Im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern bieten wir Schnellladen als Standardausstattung bei allen ID Polo-Modellen an. Angesichts des wachsenden Interesses der Kunden an der Elektromobilität ist es wichtig, diese Ladefreundlichkeit zu bieten. Bei der kleinen Batterie dauert das Laden von 20 auf 80 % etwa 24 Minuten, während es bei der großen Batterie 3 Minuten länger dauert.“

    Ab 24.995 Euro

    Der ID Polo in der Basisausstattung (37-kWh-Batterie und 116 PS) kann bereits bestellt werden; der Preis beginnt bei 24.995 Euro. Da Volkswagen die Batterien in Europa produziert und das Fahrzeug dort montiert, kommt dieses Modell für die „Prämie für private Elektrofahrzeuge“ in Frage, wodurch der Preis bei 19.825 Euro beginnt. Preislich liegt dieses Fahrzeug im unteren mittleren Segment der europäischen Stadt-Elektroautos. Andererseits ist noch nicht bekannt, ob der ID Polo für das von der Regierung wieder eingeführte Sozialleasingprogramm in Frage kommt, obwohl das Modell voraussichtlich eine „Eco-Score“-Einstufung gemäß den Kriterien der französischen Agentur für Umwelt und Energie (ADEME) erhalten wird.

    Der Anfang einer langen Liste von Identifikatoren

    Diese Markteinführung bildet den Auftakt zu einer umfassenden Umstellung auf Elektrofahrzeuge innerhalb der Volkswagen-Gruppe. Nach und nach sollen acht Modelle auf den Markt kommen. Der ID.3 Neo (die überarbeitete Version des ID.3), der dem Renault Mégane e-Tech Konkurrenz macht, soll im kommenden Juli auf den Markt kommen. Auch der ID Polo wird in einer sportlichen GTI-Version erhältlich sein. Auf dem Pariser Autosalon wird der ID Cross (der vom ID Polo inspirierte sportliche Geländewagen) vorgestellt. „Diese erweiterte Modellpalette ist auf dem französischen Markt durchaus gerechtfertigt“, bekräftigt der Geschäftsführer von Volkswagen France. „Die geopolitische Lage treibt uns dazu an, den Umstieg auf Elektroautos fortzusetzen, obwohl unsere Verkaufszahlen bei Elektrofahrzeugen bereits vor der Krise gut waren. Im Jahr 2025 waren 30 % der verkauften Volkswagen Elektroautos, angeführt von den Modellen ID 3 und ID 4.“ 

    Es ist zu erwarten, dass der ID Polo diesen Trend noch verstärken wird, zumal die deutsche Marke durch den Markteintritt preisgünstigerer chinesischer Modelle unter Druck gerät. „Dieser Wettbewerb muss für uns eine Herausforderung sein und uns dazu anspornen, unsere Leistung zu verbessern und auf die Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen. Wussten Sie, dass in Frankreich zwei Millionen Autofahrer einen Volkswagen fahren? Deshalb müssen wir sie auch weiterhin mit den Technologien von heute zufriedenstellen“, erklärt Sylvain Charbonnier.

  • BMW hat die Marke von 2 Millionen Elektroautos überschritten und bekräftigt damit seinen industriellen Aufstieg

    BMW hat die Marke von 2 Millionen Elektroautos überschritten und bekräftigt damit seinen industriellen Aufstieg

    BMW erreicht einen symbolischen, vor allem aber auch industriellen Meilenstein. Der deutsche Konzern gibt bekannt, dass sein zweimillionstes reines Elektrofahrzeug das Werk in Dingolfing (Deutschland) verlassen hat. Hinter dieser Zahl verbirgt sich weit mehr als nur ein PR-Gag: Sie sagt viel über den schrittweisen Wandel des Herstellers hin zur Elektromobilität aus, ohne dabei seine Multi-Energie-Strategie aufzugeben.

    Quelle: BMW Group

    Ein symbolischer und vor allem industrieller Meilenstein

    Wie die BMW Group in einer Pressemitteilung bekannt gibt, handelt es sich bei dem glücklichen Auserwählten um einen BMW i5 M60 xDrive in der Farbe Tansanit Blue, der im Werk Dingolfing montiert wurde und für einen spanischen Kunden bestimmt ist. Die Zahl spricht für sich und hat symbolischen Charakter: Mit 2 Millionen produzierten Elektrofahrzeugen bestätigt BMW, dass das Unternehmen ein Akteur – mit großem A – der Energiewende im Verkehrssektor ist.

    Auch wenn der Konzern noch weit hinter den Absatzzahlen der weltweiten Marktführer wie BYD, Tesla und der Volkswagen Gruppe zurückbleibt, nimmt das Tempo deutlich zu. Dieser Meilenstein verdeutlicht einen kontinuierlichen Aufschwung, der durch die Erweiterung der Modellpalette und die schrittweise Umstellung der Werke des deutschen Konzerns vorangetrieben wird.

    Quelle: BMW Group

    Eine alte Strategie, die sich jedoch lange Zeit als fortschrittlich erwiesen hat

    Im Gegensatz zu anderen Herstellern hat BMW nicht auf den jüngsten Trend gewartet, um einzusteigen. Tatsächlich produziert der Konzern bereits seit 2013 mit dem in Leipzig montierten BMW i3 rein elektrische Serienfahrzeuge.

    Dieses wegweisende Modell legte den Grundstein für die „i“-Reihe, doch der Durchbruch erfolgte erst nach und nach im Laufe mehrerer Jahre, da das Markenzeichen des Herstellers vor allem seine leistungsstarken Verbrennungsmotoren sind.

    Vor allem seit Beginn der 2020er Jahre hat der Hersteller einen neuen Gang eingelegt, was sich in einer größeren Modellvielfalt und einer tiefgreifenden Umgestaltung seiner Produktionsanlagen zeigt.

    Quelle: BMW Group

    Dingolfing, das industrielle Herzstück der Elektromobilität bei BMW

    Die am 5. Mai 2026 veröffentlichte Pressemitteilung stellt Dingolfing in den Vordergrund, und das ist kein Zufall. Der Standort in Niederbayern ist heute das wichtigste industrielle Aushängeschild von BMW im Bereich der Elektromobilität. Seit 2021 werden dort Modelle wie der BMW iX, der BMW i7 und der BMW i5 produziert, die alle elektrisch angetrieben sind.

    In vier Jahren wurden dort mehr als 320.000 Elektrofahrzeuge montiert, was fast einem Sechstel der Gesamtzahl entspricht. Zuletzt, im Jahr 2025, war bereits mehr als ein Viertel der Produktion des Standorts zu 100 % elektrisch.

    Vor allem beschränkt sich Dingolfing nicht nur auf die Montage. Der Standort hat mehr als 1,5 Millionen Elektromotoren und über eine Million Hochspannungsbatterien produziert. Mit anderen Worten: Er ist ein äußerst wichtiger Knotenpunkt in der elektrischen Wertschöpfungskette des Konzerns.

    Quelle: BMW Group

    Ein bereits weitgehend elektrifiziertes industrielles Netz

    Das Werk in Dingolfing steht zwar im Rampenlicht, ist aber letztlich nur ein wichtiger Teil eines größeren Ganzen. BMW produziert mittlerweile in allen seinen großen deutschen Werken Elektrofahrzeuge, darunter in München, Regensburg und Leipzig.

    Auf internationaler Ebene stützt sich die Produktion je nach Modell und Bauteilen auch auf Standorte wie Shenyang in China oder Spartanburg in den Vereinigten Staaten.

    Diese Organisationsstruktur ermöglicht es dem Konzern, weiter zu wachsen, ohne von einem einzigen Standort abhängig zu sein, und gleichzeitig die nächste Generation der Fahrzeuge der „Neuen Klasse“ vorzubereiten.

    Die bewusste Entscheidung für eine Multi-Energie-Strategie

    Das ist die andere Kernaussage der Pressemitteilung. BMW entscheidet sich nicht für einen abrupten Umstieg auf reine Elektrofahrzeuge. Der Hersteller produziert weiterhin auf derselben Montagelinie Modelle mit Verbrennungsmotor, Hybrid- und Elektrofahrzeuge.

    Quelle: BMW Group

    Dieses Prinzip der „gemischten Fertigung“ ermöglicht es, die Produktion marktbezogen an die Nachfrage anzupassen. Ein flexiblerer Ansatz als der einiger Wettbewerber, die ihre Fertigungslinien vollständig voneinander trennen und damit das Risiko eingehen, im Verhältnis zu einer Nachfrage, die je nach verschiedenen Faktoren schwanken kann, zu viel zu produzieren. Mit anderen Worten: BMW sichert seinen Wandel ab, indem es sich alle Optionen offen hält.

    Eine Elektrifizierung, die sich weiter beschleunigen wird

    Die Strategie des deutschen Giganten ist bekannt: Bis 2030 strebt er einen Elektroanteil von rund 50 % am Absatz in Europa an. Einige Standorte werden schneller umstellen als der Rest des Konzerns; ein typisches Beispiel ist das Werk in München, das ab 2027 zu 100 % auf Elektroantrieb umgestellt werden soll.

    Quelle: BMW Frankreich

    Die Marke von 2 Millionen Fahrzeugen bestätigt einen grundlegenden Trend: Bei BMW ist die Elektromobilität kein eigenständiges Segment mehr, sondern ein zentraler Bestandteil des Unternehmens.

  • Uber senkt seine Preise und unterstützt seine Fahrer angesichts der steigenden Kraftstoffpreise

    Uber senkt seine Preise und unterstützt seine Fahrer angesichts der steigenden Kraftstoffpreise

    Die Energiekrise trifft das Modell der Fahrdienstvermittler mit voller Wucht. Angesichts der seit Beginn der Konflikte im Nahen Osten explodierenden Kraftstoffpreise setzt Uber in Frankreich einen Notfallplan um: Preissenkungen, Reduzierung der Provisionen und neue Fördermaßnahmen, um den Umstieg auf Elektrofahrzeuge zu beschleunigen. Hinter diesen Ankündigungen steht das Ziel des US-Unternehmens, die Geschäftstätigkeit der Fahrer in einem Umfeld aufrechtzuerhalten, in dem ihre Kosten explodieren.

    Quelle: MOZCO

    Eine Kraftstoffkrise, die den gesamten Sektor ins Wanken bringt

    Der Beruf des Fahrdienstleisters gilt oft als prekär, doch derzeit trifft dies mehr denn je zu. Tatsächlich steigen die Kraftstoffpreise seit mehreren Wochen rasant an. Es ist allgemein bekannt, dass dieser Anstieg mit den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zusammenhängt; mittlerweile liegt der Literpreis bei über 2 Euro, was sich direkt auf das Einkommen der Fahrer auswirkt.

    Für die rund 30.000 Fahrdienstleister, die in Frankreich auf Fahrdienstplattformen (Uber, Heetch, Bolt) tätig sind, sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar. Fahrer mit Verbrennungsmotoren sehen sich mit einem drastischen Anstieg ihrer Kosten konfrontiert, aber auch mit einer Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen: Längere Wartezeiten an Tankstellen führen zu weniger Fahrten, was wiederum zu sinkender Rentabilität führt.

    Quelle: Maxime JEGAT

    Uber setzt auf eine Preissenkung um 30 %, um die Nachfrage anzukurbeln

    Vor kurzem hat der amerikanische Fahrdienstvermittler mehrere Maßnahmen angekündigt, um diesen Problemen zu begegnen. Die erste besteht darin, die Preise anzupassen, um das Geschäft anzukurbeln. So kündigt Uber eine Preissenkung um 30 % für sein Mitfahrangebot „Uber X Share“ an. Diese Maßnahme wird als vorübergehend dargestellt.

    Die Idee ist einfach: mehr Kunden gewinnen, um die sinkende Rentabilität der Fahrer auszugleichen. Und der Hebel dafür ist bereits vorhanden. Seit Anfang März sind diese Mitfahrgelegenheiten um 54 % gestiegen – ein Beweis für das große Interesse an günstigeren Fahrten in Zeiten der Inflation. Mit anderen Worten: Uber versucht, die unter Druck geratenen Margen durch ein höheres Fahrtenvolumen auszugleichen.

    Quelle: Uber

    Geringere Provisionen für die aktivsten Fahrer

    Parallel dazu passt die Plattform auch ihr eigenes Modell an. Rund 1.000 der aktivsten Fahrer werden über das Uber-Pro-Programm von einer „erheblichen Senkung“ der Servicegebühren profitieren.

    Das Ziel ist klar: Die gestiegenen Kraftstoffkosten sollen direkt für diejenigen ausgeglichen werden, die am meisten unterwegs sind. Eine gezielte Maßnahme, die vor allem diejenigen begünstigt, die in ihrer Tätigkeit als Fahrdienstleister am stärksten auf ihr Fahrzeug angewiesen sind.

    Elektrofahrzeuge werden zu einer wirtschaftlichen Lösung und sind nicht mehr nur eine ökologische Alternative

    Doch abgesehen von den Sofortmaßnahmen treibt Uber vor allem seinen grundlegenden Wandel voran: den Ausstieg aus der Verbrennungsmotor-Technologie. Man muss wissen, dass es seit 2022 für neue Fahrer nicht mehr möglich ist, sich mit einem Fahrzeug mit Dieselmotor anzumelden. Die Plattform kündigt an: „eine Sonderbeihilfe von 1.500 Euro für die Anmietung von neuen oder gebrauchten Elektrofahrzeugen mit unbegrenzter Kilometerzahl bei Flexifleet“.

    Eine Maßnahme, die offenbar bereits Wirkung zeigt. Zwischen Februar und April stiegen die Anfragen zu Informationen über den Umstieg auf Elektrofahrzeuge um 60 %, während die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen um fünf Prozentpunkte zunahm.

    Diese Strategie stützt sich auf einen Fonds in Höhe von 75 Millionen Euro, der 2020 aufgelegt und teilweise von den Kunden finanziert wurde, um die Fahrer bei ihrem Wandel zu unterstützen.

    Quelle: Uber

    Eine bereits weitgehend elektrifizierte Flotte

    Die Ergebnisse sind deutlich zu sehen. Innerhalb weniger Jahre hat sich die Uber-Flotte in Frankreich grundlegend verändert:

    • Der Dieselanteil, der 2020 noch bei über 85 % lag, ist heute auf unter 5 % gesunken;
    • 93 % der Fahrzeuge sind mittlerweile Hybrid- oder Elektrofahrzeuge;
    • und etwa 25 % sind zu 100 % elektrisch.

    In diesem Zusammenhang hat das Unternehmen kürzlich die Übernahme der Pariser Wasserstoff-Taxiflotte von HysetCo bekannt gegeben, wodurch sein Ökosystem um weitere 800 Fahrzeuge erweitert wird.

    Quelle: Uber/HysetCo

    Diese Maßnahmen erscheinen als unmittelbare Reaktion auf die Kraftstoffkrise. Sie spiegeln jedoch auch eine tiefgreifendere Veränderung des Uber-Modells wider. Der drastische Anstieg der Ölpreise wirkt wie ein Beschleuniger: Er schwächt die Verbrennungsmotoren und verstärkt für die Fahrer das wirtschaftliche Interesse an Elektrofahrzeugen. Eine zentrale Frage bleibt jedoch offen: Werden diese Anpassungen ausreichen, sollte sich die Energiekrise langfristig festsetzen?

  • Allan Swan zum neuen Geschäftsführer von ACC ernannt, um die industrielle Dynamik wieder anzukurbeln

    Allan Swan zum neuen Geschäftsführer von ACC ernannt, um die industrielle Dynamik wieder anzukurbeln

    ACC tritt in eine neue Phase seiner Entwicklung ein. Der europäische Hersteller von Batterien für Elektrofahrzeuge hat die Ernennung von Allan Swan zum Geschäftsführer mit Wirkung zum 1. Mai 2026 bekannt gegeben, mit einem klaren Auftrag: die industrielle Hochlaufphase in einem anspruchsvollen Umfeld zu beschleunigen. Dieser Wechsel in der Unternehmensführung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern mit betrieblichen Schwierigkeiten an seinem Standort in der Region Hauts-de-France und mit zunehmendem Wettbewerbsdruck aus Asien konfrontiert ist.

    Quelle: ACC

    Ein Führungswechsel in einer kritischen Phase

    ACC wechselt an einem entscheidenden Wendepunkt seiner industriellen Entwicklung die Führung. Tatsächlich ist es dem Joint Venture (zwischen Stellantis, Mercedes und TotalEnergies) bislang nicht gelungen, seine Ambitionen in greifbare industrielle Realität umzusetzen. 

    Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich das Unternehmen dazu entschlossen, die Unternehmensführung zu wechseln. Der Auserwählte, Allan Swan, ist kein Unbekannter: Bislang leitete er Panasonic Energy USA, wo er den Aufbau von zwei Gigafabriken vorantrieb, die unter anderem Tesla beliefern. Seine Fachkompetenz steht in direktem Zusammenhang mit der aktuellen Herausforderung von ACC: den Übergang vom industriellen Versprechen zur kontrollierten Massenproduktion zu schaffen.

    Allan Swan erklärte, er fühle sich „geehrt durch das Vertrauen, das mir die Aktionäre von ACC entgegenbringen, und freue mich darauf, in einer für die Elektrofahrzeugbranche so entscheidenden Phase zum Unternehmen zu stoßen.“

    Quelle: The Business Journals

    Yann Vincent, der Architekt des Projekts, gibt das Ruder ab

    Diese Veränderung markiert auch das Ende eines Zyklus. Allan Swan tritt die Nachfolge von Yann Vincent an, der nach sechs Jahren an der Spitze des Unternehmens, das er selbst gegründet hatte, in den Ruhestand geht.

    Unter seiner Leitung hat ACC den Grundstein für die europäische Batterieindustrie gelegt: Inbetriebnahme der ersten Gigafactory, Aufbau eines industriellen Ökosystems und Entwicklung eigener Technologien über das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Bordeaux-Brügge.

    Die Rolle des Bauunternehmers ist jedoch nicht die einer groß angelegten Industrialisierung. Die Stabübergabe spiegelt genau diesen Wandel wider: Auf die Bauphase folgt die Phase der industriellen Ausführung.

    Quelle: Lionel Vadam

    Ein Anlauf, der schwieriger war als erwartet

    Das ist der Kern des Problems. ACC räumte im vergangenen Februar selbst ein, dass der Hochlauf seines Werks in Nordfrankreich „länger und kostspieliger ist als erwartet“.

    In dieser Branche hängt alles von der Beherrschung der Produktionsprozesse ab: Produktionsmengen, Ausschussquote, Stabilität der Fertigungslinien. Genau diese Parameter sind jedoch ausschlaggebend für die Rentabilität.

    Das Unternehmen vermeldet jedoch Fortschritte: Die Modulproduktion hat sich innerhalb weniger Monate verdoppelt, und der Anteil unbrauchbarer Batterien geht zurück. Diese Fortschritte reichen jedoch noch nicht aus, um das Geschäftsmodell vollständig zu stabilisieren.

    Quelle: ACC

    Ein immer stärkerer Druck von außen

    Diese internen Schwierigkeiten sind vor dem Hintergrund einer angespannteren Marktlage zu sehen.

    Einerseits steigt die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen weiter an, wenn auch langsamer als erwartet. Andererseits verfolgen die europäischen Hersteller, die Hauptkunden von ACC, bei ihren Investitionen einen vorsichtigeren Ansatz.

    Vor allem die Konkurrenz aus Asien lastet schwer auf dem Unternehmen. Akteure wie BYD oder CATL dominieren die weltweite Batterieproduktion mit ihren niedrigen Kosten und ihrer hohen industriellen Reife. Vor diesem Hintergrund muss ACC sowohl seinen industriellen Rückstand aufholen als auch seine Absatzmärkte sichern.

    Ein strategisches Projekt für die europäische Souveränität

    Ungeachtet der Schwierigkeiten steht nach wie vor viel auf dem Spiel: ACC ist ein zentraler Bestandteil der europäischen Strategie zur industriellen Souveränität.

    Heute werden fast alle in Europa verwendeten Batterien von asiatischen Herstellern produziert. Das Ziel von ACC ist es gerade, diese Abhängigkeit zu verringern. Der neue Geschäftsführer des Joint Ventures zeigt sich diesbezüglich zuversichtlich: „Ich freue mich darauf, mit den Teams von ACC zusammenzuarbeiten, um das Wachstum zu beschleunigen, unsere Produktionskapazitäten zu erweitern und das europäische Ziel einer sauberen, wettbewerbsfähigen und energieunabhängigen Mobilität zu unterstützen.“

    Doch dieses Ziel hat seinen Preis. Der Konzern hat seine Pläne für neue Werke in Deutschland und Italien vorerst auf Eis gelegt

    Eine neue, anspruchsvollere Phase

    Die Ernennung von Allan Swan scheint eine schlüssige Entscheidung zu sein. Er übernimmt ein gut strukturiertes, aber geschwächtes Unternehmen, das seine eigenen energiepolitischen Entscheidungen trifft, da sich ACC dafür entschieden hat, sich im NMC-Segment (Nickel-Mangan-Kobalt) zu positionieren – eine Chemieschicht, die wegen ihrer Energiedichte geschätzt wird, aber teurer ist als LFP (Lithium-Eisen-Phosphat). 

    Quelle: ACC

    Genau darin liegt die Herausforderung dieser neuen Phase: ein industrielles Ziel in eine nachhaltige wirtschaftliche Realität umzusetzen. Und genau in diesem Bereich wird vom neuen Geschäftsführer Leistung erwartet.

  • April 2026: Ein echter Aufschwung für Elektrofahrzeuge, aber noch unter bestimmten Voraussetzungen

    April 2026: Ein echter Aufschwung für Elektrofahrzeuge, aber noch unter bestimmten Voraussetzungen

    Der französische Markt für Elektroautos erreicht gerade einen Meilenstein. Die Verkaufszahlen steigen deutlich an, einige Modelle etablieren sich dauerhaft an der Spitze der Verkaufscharts, und der Marktanteil liegt weiterhin bei über einem Viertel aller Neuzulassungen. Doch trotz dieser Dynamik bleiben einige Nutzer skeptisch.

    Quelle: Renault 

    Ein deutlicher Anstieg, allerdings in einem angespannten Markt

    Die Zahlen für April 2026 bestätigen, dass sich die seit einigen Monaten zu beobachtende wirklich positive Dynamik fortsetzt.

    Mit 36.216 Zulassungen verzeichnet das Elektroauto laut Angaben der Branchenakteure einen Anstieg von 41,8 % gegenüber dem Vorjahr und erreicht einen Marktanteil von 26,2 %.

    In den ersten vier Monaten des Jahres wurden insgesamt mehr als 148.000 Elektrofahrzeuge verkauft, gegenüber etwa 100.000 im gleichen Zeitraum des Jahres 2025. Dieser Anstieg muss jedoch sofort relativiert werden.

    Der weltweite Automobilmarkt bleibt hingegen relativ stabil (-0,26 %).

    Modelle, die endlich Struktur in den Markt bringen

    Diese Veränderung zeigt sich in den Verkaufszahlen.

    Im April übernahm der Renault 5 mit 3.418 Zulassungen die Marktführerschaft. Er liegt damit vor dem Renault Scénic E-Tech mit 2.114 Einheiten und dem Citroën ë-C3, der 1.611 Einheiten erreichte. Das Tesla Model Y, das lange Zeit an der Spitze stand, fiel mit 1.456 Einheiten auf den vierten Platz zurück.

    Diese Rangliste zeigt, dass der Elektroautomarkt nicht mehr nur von einigen wenigen Premium-Modellen oder stark beachteten Modellen getragen wird. Erschwinglichere Fahrzeuge beginnen, den Markt anzukurbeln, und ihre Verkaufszahlen nehmen deutlich zu.

    Ein weiterer interessanter Aspekt: Französische Modelle nehmen mittlerweile einen zentralen Platz an der Spitze der Rangliste ein, was auf eine Neuausrichtung in Industrie und Handel hindeutet.

    Quelle: Renault

    Ein weitgehend erarbeitetes Wachstum

    Diese Beschleunigung geschieht nicht von selbst. Sie ist das Ergebnis einer Reihe ganz konkreter Faktoren.

    Laut AAA Data und Branchenanalysen ist dieser Anstieg in erster Linie auf einen Preisrückgang in mehreren Segmenten zurückzuführen, der bei bestimmten Kleinwagen teilweise bei 10 bis 12 % lag.

    Dies ist auch auf die rasche Erweiterung des Angebots zurückzuführen: Heute stehen mehr als 180 Modelle zur Auswahl, gegenüber etwas mehr als 110 vor zwei Jahren.

    Hinzu kommen staatliche Maßnahmen, die weiterhin eine entscheidende Rolle spielen, sei es durch Prämien, Mechanismen für Energieeinsparungszertifikate oder Modelle für soziales Leasing.

    Dieser Punkt ist entscheidend für das Verständnis des Marktes: Es gibt zwar Wachstum, doch wird es teilweise gesteuert.

    Quelle: AAA Data

    Die entscheidende Rolle der Flotten

    Ein weiterer, oft weniger sichtbarer Faktor spielt in dieser Entwicklung eine wichtige Rolle: die Unternehmen. Den von AAA Data veröffentlichten Daten zufolge beschleunigen die Fuhrparks ihren Wandel unter dem kombinierten Einfluss steuerlicher und gesetzlicher Auflagen.

    Sie machen heute einen immer größeren Anteil an Elektrofahrzeugen aus, wobei dieser Anteil deutlich höher ist als bei Privatpersonen.

    Diese Entwicklung hat eine wichtige indirekte Auswirkung: Durch die rasche Erneuerung ihrer Fahrzeugflotten versorgen die Flotten den Gebrauchtwagenmarkt, was im Laufe der Zeit zu einer breiteren Verbreitung von Elektrofahrzeugen führt.

    Quelle: MobilyGreen

    Privatpersonen sind weiterhin zurückhaltend

    Doch auch wenn die Zahlen darauf hindeuten, dass sich in der Welt der Elektromobilität alles in die richtige Richtung entwickelt, widerspricht eine im vergangenen Januar vom Institut Mobilités en Transition und dem IDDRI durchgeführte Studie dieser Annahme.

    Die Franzosen, die noch immer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor nutzen, verschließen sich zwar nicht der Elektromobilität, steigen aber auch nicht in großem Umfang um.

    Ihre Haltung ist differenzierter: Sie erwarten Garantien.

    Den Ergebnissen dieser in vier französischen Großstädten (Paris, Bordeaux, Saint-Étienne und Dijon) durchgeführten Befragungen zufolge ist der Preis eines neuen Elektroautos nach wie vor ein entscheidender Faktor, ebenso wie die Reichweite, die Lademöglichkeiten und der Wiederverkaufswert der Elektrofahrzeuge.

    Diese Diskrepanz erklärt zum Teil die derzeitige Funktionsweise des Marktes. Die Nachfrage ist vorhanden, kommt jedoch vor allem dann zum Tragen, wenn die wirtschaftlichen Bedingungen günstig werden, insbesondere im Zusammenhang mit sozialen Leasingangeboten.

    Es sei auch darauf hingewiesen, dass diese Gespräche vor dem Anstieg der Kraftstoffpreise aufgrund der Konflikte im Nahen Osten geführt wurden

    Ein begonnener, aber noch nicht eigenständiger Übergang

    Der französische Markt befindet sich somit in einer Übergangsphase. Die Elektromobilität gewinnt an Boden, getragen von wettbewerbsfähigeren Modellen, einer aktiven staatlichen Politik und der Vorreiterrolle der Unternehmen.

    Allerdings beruht dies noch nicht auf einer vollständig eigenständigen Nutzung durch die Haushalte. Darin liegt das derzeitige Paradoxon: Die Nutzungszahlen steigen stark an, doch der Übergang hängt weiterhin von externen Faktoren ab.

    Das Wichtigste auf einen Blick

    Das Elektroauto etabliert sich zunehmend als wichtiger Akteur auf dem französischen Automobilmarkt. Die Verkaufszahlen stimmen, die Modellpalette wird immer vielfältiger, und die Entwicklung ist eindeutig in Gang gekommen.

    Dieser Anstieg ist jedoch begrenzt. Er hängt nach wie vor von den Preisen, den Fördermitteln und den gesetzlichen Auflagen ab. Der eigentliche Wendepunkt wird eintreten, wenn diese Faktoren an Bedeutung verlieren.

  • BYD rechnet damit, dass seine Rentabilität Anfang 2026 zurückgehen wird, nachdem sie 2025 bereits deutlich gesunken war

    BYD rechnet damit, dass seine Rentabilität Anfang 2026 zurückgehen wird, nachdem sie 2025 bereits deutlich gesunken war

    Der chinesische Automobilhersteller BYD verzeichnet einen starken Rückgang seiner Rentabilität. Nach einem Rückgang des Nettogewinns um 19 % im Jahr 2025 steht dem Konzern ein noch schwierigerer Start ins Jahr 2026 bevor, mit einem Gewinnrückgang von 55 % im ersten Quartal. Diese Entwicklung bestätigt den wachsenden Druck auf die Margen vor dem Hintergrund eines intensiven Wettbewerbs und massiver Investitionen.

    Quelle: BYD

    Rückgang der Rentabilität trotz eines mengenmäßig starken Jahres 2025

    Im Jahr 2025 konnte BYD jedoch seine starke Umsatzdynamik beibehalten. Der Konzern verkaufte weltweit 2,26 Millionen Fahrzeuge – ein Rekordhoch – und erzielte dabei einen Umsatz von 804 Milliarden Yuan (rund 101 Milliarden Euro), was einem Anstieg von 3,5 % entspricht.

    Gleichzeitig sank der Nettogewinn jedoch auf 32,6 Milliarden Yuan (rund 4,08 Milliarden Euro), was einem Rückgang von 19 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

    Das Bild ist klar: BYD wächst weiter, doch dieses Wachstum wird immer weniger rentabel. Der Hersteller verkauft zwar mehr, doch das Gewinnwachstum hält nicht mehr Schritt.

    Quelle: BYD

    Der Preiskampf in China setzt die Gewinnmargen unter Druck

    Diese Entwicklung ist größtenteils auf die Lage auf dem chinesischen Markt zurückzuführen. Der Wettbewerb dort ist besonders hart, da die Zahl der Marktteilnehmer stetig wächst und ein ständiger Preisdruck herrscht. Vor diesem Hintergrund haben die Hersteller einen regelrechten Preiskampf entfacht, um ihre Absatzmengen zu sichern. BYD bildet da keine Ausnahme und gewährt auf einen Teil seines Sortiments erhebliche Preisnachlässe.

    Die unmittelbare Folge ist, dass die Margen schrumpfen. Zwar kann der Konzern seinen Umsatz halten, doch geht dies auf Kosten der Rentabilität. Dieses Phänomen beschränkt sich nicht nur auf BYD. Es spiegelt einen allgemeinen Trend auf dem chinesischen Markt für Elektrofahrzeuge wider, auf dem das Wachstum zwar weiterhin stark ist, der Preiswettbewerb jedoch immer härter wird.

    Quelle: Geely

    Eine Konjunkturabschwächung, die sich bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 abzeichnet

    Der Ergebnisrückgang erfolgte nicht von heute auf morgen. Er vollzog sich schrittweise im Laufe des Jahres 2025. Im ersten Quartal wurde noch ein sehr starkes Ergebnis erzielt, mit einem Nettogewinn von 9,15 Milliarden Yuan, was einem Anstieg von mehr als 100 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

    Der Trend kehrte sich jedoch in der Folge um. Im dritten Quartal sank der Nettogewinn um 32,6 % auf 7,82 Milliarden Yuan, während der Umsatz ebenfalls um 3,05 % zurückging.

    Quelle: BYD

    Eine Verschlechterung, die sich Anfang 2026 noch weiter verschärfen dürfte

    Die ersten Ergebnisse für 2026 bestätigen und verstärken diesen Trend. Im ersten Quartal meldete BYD einen Rückgang des Nettogewinns um 55 % gegenüber dem Vorjahr auf 4,08 Milliarden Yuan. Gleichzeitig sank der Umsatz um 11,8 %.

    Dies ist ein deutliches Zeichen. Im Jahr 2025 gelang es BYD noch, sein Absatzvolumen trotz sinkender Rentabilität aufrechtzuerhalten. Anfang 2026 hatte sich der Druck auf das Kerngeschäft ausgeweitet, was zu einem Umsatzrückgang führte. Mit anderen Worten: Der Abschwung begann sich auf die Geschäftsentwicklung auszuwirken.

    Hohe Investitionen, die sich zudem negativ auf das Ergebnis auswirken

    Neben dem Wettbewerbsdruck spürt BYD auch die Auswirkungen seiner eigenen Strategie. Der Konzern investiert massiv in seine Produktionskapazitäten, Technologien und internationale Expansion. Dieser Ausbau, der für die Aufrechterhaltung des Wachstums unerlässlich ist, ist mit Kosten verbunden, die die Rentabilität kurzfristig belasten.

    Das Geschäftsmodell konzentriert sich weiterhin auf Absatzvolumen, Innovation und internationale Expansion. Diese Strategie bringt jedoch eine Phase mit sich, in der die Margen zwangsläufig unter Druck geraten. Der Gewinnrückgang ist daher auch auf diese Kombination aus externem Preisdruck und internem Investitionsdruck zurückzuführen.

    Quelle: BYD

    Eine Gruppe, die zwar weiterhin dominiert, aber unter strategischem Druck steht

    Vor diesem Hintergrund bleibt BYD einer der weltweit führenden Hersteller von Elektrofahrzeugen und liegt beim Absatzvolumen vor Tesla. Das Unternehmen verfügt weiterhin über eine starke industrielle Position und ist in der Lage, in großem Maßstab zu produzieren und eine breite Palette an elektrifizierten Fahrzeugen abzudecken.

    Doch die Lage ändert sich. Es geht nicht mehr nur darum, schnell zu wachsen, sondern ein Gleichgewicht zwischen Absatzvolumen, Margen und Expansion zu wahren. Der Druck auf die Rentabilität nimmt zu, gerade jetzt, wo BYD seine internationale Expansion vorantreibt, insbesondere in Europa. Diese Kluft zwischen globalen Ambitionen und wirtschaftlichen Zwängen stellt eine zentrale strategische Herausforderung für die kommenden Jahre dar.

    Das Wachstum bleibt stabil, wird jedoch zunehmend schwieriger

    BYD befindet sich nicht in einer Krise. Der Konzern ist weiterhin profitabel, verkauft nach wie vor in großem Umfang und behält seine marktbeherrschende Stellung.

    Der Zeitraum 2025–2026 markiert jedoch einen Wendepunkt. Ein Anstieg der Absatzmengen garantiert nicht mehr automatisch einen entsprechenden Gewinnanstieg, und der Druck auf die Margen wird zu einem entscheidenden Faktor.