Genesis, die Luxusmarke des koreanischen Hyundai-Kia-Konzerns, die sich gerade erst in Frankreich etabliert hat, hat ihr Angebot um einen leistungsstarken sportlichen Elektro-SUV erweitert: den GV60 Magma. Er ergänzt die drei bereits im Katalog befindlichen Elektromodelle zum Marktstart. Nach dem Vorbild von Lexus (Tochtergesellschaft von Toyota) hofft Genesis damit, mit Premiummarken wie Audi, BMW oder Tesla zu konkurrieren. Das Engagement in der Langstrecken-Weltmeisterschaft und beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans dient der Eroberungsstrategie dieses ehrgeizigen Herstellers.

GV60 Magma: 650 PS mit Turboaufladung
Es ist kein Zufall, dass Genesis anlässlich seines Markteintritts in Frankreich einen leistungsstarken SUV auf den Markt bringt. Die Premiummarke des koreanischen Hyundai-Kia-Konzerns hat sich zum Ziel gesetzt, mit den führenden Premiumherstellern wie BMW, Mercedes und Audi zu konkurrieren. Daher ist es notwendig, ein Auto mit Charakter, Dynamik und überragender Leistung anzubieten. Der GV60 Magma (Magma ist die Sportabteilung des Herstellers) ist somit ein 4,52 m langer Elektro-SUV, der auf derselben Basis wie der Hyundai Ioniq 5 N aufbaut. Zwei Elektromotoren, eine 84-kWh-Batterie und eine Leistung von 650 PS bei einem Drehmoment von 790 Nm – diese Spezifikationen ordnen ihn direkt in die Familie der sehr sportlichen SUVs ein. Die Fahrleistungen können sich sehen lassen: 0 auf 100 km/h in 3,4 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 264 km/h. Der Preis beginnt bei 86.600 €, also 8.000 € mehr als bei seinem technischen Cousin, dem Ioniq 5 N.

Sich von Premium-Marken abheben
Genau wie Lexus für Toyota soll Genesis somit das unverwechselbare Premium-Angebot des Hyundai-Kia-Konzerns verkörpern. Die koreanische Strategie setzt auf einen langfristigen Imageaufbau, im Gegensatz zu chinesischen Marken wie Denza (BYD) oder Xpeng, die darauf abzielen, ihr Netzwerk auszubauen und schnell große Stückzahlen zu verkaufen. Genesis wird beispielsweise zu Beginn nur zwei Verkaufsstandorte haben (in Lille und Paris) und bis 2028 über rund fünfzig Servicestellen verfügen, die sich in der Nähe der Hyundai-Händler befinden.
Zudem kommt Genesis in Europa vorwiegend mit Elektroautos auf den Markt, während auf dem amerikanischen Markt etwa zehn Modelle mit Verbrennungsmotor und Hybridantrieb angeboten werden. Angesichts der strengen europäischen Vorschriften und Zölle und da Genesis ein technologisches Markenimage vermitteln möchte, stehen somit drei rein elektrische Fahrzeuge im Angebot: die beiden SUVs GV60 und GV70 sowie die große, repräsentative Limousine G80.

Riskante Strategie
Diese Entscheidung ist nicht ohne Risiko. Genesis ist in der europäischen Öffentlichkeit noch kaum bekannt (der Aufbau eines Images braucht Zeit), und es gibt mittlerweile zahlreiche Premium-Automobilhersteller, vor allem aus Deutschland, was zu einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld führt. Dennoch will die koreanische Marke ihre Autos nicht unter Wert verkaufen, sondern setzt auf das originelle Design ihrer Modelle, deren Ausstattungsniveau und ein überlegenes Technologieangebot, obwohl viele Komponenten bereits mit den Hyundai-Modellen geteilt werden. So verfügt beispielsweise der sportliche SUV GV60 Magma über das e-ASD-System (electronic active sound design), das eine Motorgeräuschvibration wie beim Ioniq 5 N erzeugt. Eine Premium-Ausrichtung, die nicht die deutschen Vorbilder kopiert.

Investitionen im Wettkampf
Darüber hinaus investiert Genesis in den Motorsport, um an Popularität und Image zu gewinnen. Ein Wagnis, das angesichts der Ergebnisse in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) und beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit dem Rennstall Genesis Magma Racing gut anzulaufen scheint, wo die beiden seit Saisonbeginn eingesetzten Hypercars (GMR 001) mit den Teams an der Tabellenspitze mithalten. Ein Ansatz, der dem ähnelt, was Audi in den 2000er Jahren im Langstreckenrennsport erfolgreich umgesetzt hat. Neben den offensichtlichen Gewinnen an Bekanntheit trägt eine gute Platzierung bei Langstreckenrennen dazu bei, einer Technologie Glaubwürdigkeit zu verleihen und sich ein gewisses Ansehen in der Öffentlichkeit zu sichern.

Das Kundenerlebnis – das Geheimnis von Genesis
Schließlich möchte die koreanische Marke mit einem besonderen Pluspunkt überzeugen: dem Konzept „Son-nim“, wörtlich „geschätzter Gast“. Kurz gesagt betrachtet Genesis seine Kunden als Gäste, die mit Respekt und Aufmerksamkeit empfangen werden. Ein persönlicher Berater begleitet den potenziellen Käufer vor und während des gesamten Kaufprozesses, die Preisgestaltung ist transparent (wenig Verhandlungsspielraum), die Showrooms ähneln Salons und es werden individuelle Probefahrten organisiert, bei denen der Schwerpunkt auf sensorischen Erlebnissen liegt und das Tempo dem des Kunden angepasst wird. Diese Art des Handels entspringt der koreanischen Kultur der Gastfreundschaft. Aufmerksamkeiten, für die das französische Publikum empfänglich sein könnte. Erlebnis und Service stehen im Premium-Automobilbereich oft im Vordergrund. Es bleibt abzuwarten, ob diese Strategie ausreicht, um nicht nur eine Nischenmarke zu bleiben, sondern sich als echte Alternative zu den Premium-Herstellern zu positionieren.































































